Campus Verlag, Frankfurt am Main 2026
ISBN
9783593521831 Gebunden, 156 Seiten, 28,00
EUR
Klappentext
Rechtsordnungen stehen heute unter Druck. Die globalen Krisen der Gegenwart bilden schwerwiegende Herausforderungen für eine normenbasierte Ordnung der Welt mit einer langen Liste an Brenn- und Kipppunkten, seien es der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands, weltweite Pandemien, Fluchtbewegungen oder die Klimakrise. Viele dieser Probleme sind Ausdruck der bis heute spürbaren Folgen des Kolonialismus und Imperialismus, die seit der Neuzeit die Welt prägten. Kolonialismus war dabei nicht nur Eroberung, Gewalt und Unterdrückung - er war zugleich auch ein Projekt des Rechts. Doch wie nutzten Staaten und Gesellschaften das Recht? Wie wurde Recht zum zentralen Austragungsort kolonialer Ordnung? Wie kamen Herrschaft, Kooperation und Widerstand zusammen? Sebastian M. Spitra geht diesen Fragen von der Frühen Neuzeit bis zur Dekolonisierung im 20. Jahrhundert nach und bezieht gegenwärtige Fragestellungen mit ein, etwa die Reparationen für koloniales Unrecht oder die Restitution von Kulturgütern mit kolonialer Provenienz.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 26.05.2026
Wichtige Gedanken zum Zusammenhang von Recht und Kolonialismus macht sich Sebastian M. Spitra in dieser schmalen Schrift, lobt Rezensent Hans von Trotha. Spira zeigt in juristischer Sprache auf, wie der Kolonialismus das Recht geprägt hat - und umgekehrt, etwa wenn die sogenannte Terra-Nullius-Doktrin indigenes Recht in einer vermeintlich "Neuen Welt" überschreibt. Auch das kolonialistische Erbe im gegenwärtigen Rechtssystem, unter anderem auf europäischer Ebene, ist ein Thema dieses Buches. Die Versuche des Autors, Antworten auf drängende Fragen etwa bezüglich Reparationsforderungen zu finden, überzeugen Trotha ob der Kürze dieser Schrift dann doch nicht ganz. Aber, heißt es am Ende: Ein Anfang ist gemacht.
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