Nachdem Echos Vater von einer mörderischen Strömung an den Küsten von Los Angeles in den Tod gerafft wird, sinkt die junge Frau in einen sie immer tiefer herabziehenden Strudel der Lähmung. Ohne wahre Freunde und belastet mit einer nicht unkomplizierten Beziehung zu ihrer Mutter, versucht die gescheiterte Schauspielerin, Trost zu finden, indem sie sich in den Leben von Fremden verliert. Als sie zufällig der Domina Orly begegnet, fühlt es sich für sie endlich so an, als hätte sie jemanden gefunden, der sie für das, was sie ist, hegt und schätzt. Doch Orlys gut fünfzigjähriger Houseboy, Piggy, ist noch nicht willens, jemand anderen an der intimen Beziehung zu seiner Herrin teilhaben zu lassen, für die er doch alles gegeben hat. In "Permission" erzählt Saskia Vogel die Liebesgeschichte von Menschen, die an ihren Erwartungen und Träumen erkrankt sind und im Reich der Erotik nach Ruhe und Heilung suchen. Durch die Landschaft des eigenen Begehrens straucheln siegeplagt von der Suche nach einer Antwort auf diese eine ihnen heilige Frage: Wie möchte ich geliebt werden?
Rezensentin Veronika Schuchter würdigt Saskia Vogels ungewöhnlichen Roman mit einer Lobeshymne. Das sexuelle Selbstbestimmung ohne die Überwindung gesellschaftlicher Hierarchien nicht zu haben ist, lernt sie aus diesem Roman, der sie in die BDSM-Szene geführt hat, die hier als Gegenbild für gesellschaftliche Sexualnormen vorgeführt wird. Durch die Verdrehung der Verhältnisse wird Schuchter deutlich gemacht, wie brutal, wie einengend und wie entwürdigend die erzwungene Anpassung an diese Normen sein kann, und wie befreiend die festen Abmachungen im BDSM, die auf Vertrauen, Einverständnis und Gleichheit basieren. Auch von den Sex-Szenen in Vogels Debütroman ist die Rezensentin begeistert: Durch die Gegenüberstellung klischeehaft dargestellter Erotik mit poetischen Sexbeschreibungen kontrastiert die Autorin den austauschbaren Akt, der dem Drehbuch gesellschaftlicher Erwartungen folgt, mit selbstbestimmten Sex, der sich nur am gegenseitigen Begehren orientiert, lobt sie. Trotz seiner leisen Töne und der "stilistischen Zurückhaltung" entwickelt "Permission" eine Durchschlagskraft, die Schuchter beeindruckt.
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