Mit 100 Abbildungen. Das Jahr 1967 war folgenreich: Kalifornier erinnern sich an den Aufstieg der Hippie-Bewegung in Los Angeles und San Francisco, deutsche Zeitgenossen wiederum an die Entstehung der RAF und die Fans zeitgenössischer Fotografie an eine maßgebliche Photoausstellung im Museum of Modern Art, New York: Kurator John Szarkowski stellte unter dem Titel New Documents drei Fotografen - Diane Arbus, Lee Friedlander und Garry Winogrand - mit jeweils etwa dreißig Werken in einer Gemeinschaftsausstellung vor, die in die sozialdokumentarische Fotografie der Zukunft einen kühleren Ton einbringen sollte. Mit New Documents war die noch von Edward Steichen propagierte "Family of Man"-Stimmung der Fotografie endgültig Vergangenheit. New Documents reiste durch die Museen der Vereinigten Staaten, die Ausstellung wie die drei beteiligten Fotografen erlangten Kultstatus. Der Erfolg war umso erstaunlicher, als keinerlei Budget für einen Katalog vorhanden war. Zum 50. Jubiläum wird diese Unterlassungssünde nun gesühnt. In Zusammenarbeit mit dem MoMA legt Schirmer/Mosel die deutschsprachige Ausgabe des Katalogs vor, mit allen Bildern und vielen Dokumenten zu dieser sagenumwobenen Ausstellung, die der Gegenwartsfotografie eine neue Richtung gab.
Von den drei Fotografen ist heute nur noch Lee Friedlander unter uns, er lebt 82-jährig in New York City.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.08.2017
Rezensent Freddy Langer freut sich über den Katalog, auch wenn er 50 Jahre nach der legendären Foto-Ausstellung im MoMA erscheint. Was Diane Arbus, Lee Friedlander und Garry Winogrand damals zeigten und heute längst ikonografisch ist, wie Langer erklärt, kommt noch immer wuchtig rüber, wenngleich auch nicht mehr so radikal und schockierend wie 1967, so der Rezensent. Spannender fast findet Langer ohnehin die im Band enthaltenen Analysen zu den Werken und ihren drei Schöpfern sowie die Dokumente zur Ausstellung und ihrer Eröffnung, Einladungs- und Ausgabenlisten, Schnappschüsse und Zeitungsartikel. Stoff für einen Roman, findet Langer.
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