Hanser Berlin, Berlin 2026
ISBN
9783446284845 Gebunden, 160 Seiten, 23,00
EUR
Klappentext
Aus dem Schwedischen von Stefan Pluschkat. Als ihre Freundin Diana sich von ihr trennt, setzt Ellen sich kurzerhand ins Auto und fährt raus aus der Stadt, auf den Hof, auf dem sie aufgewachsen ist. Es ist Sommer, die neuen Besitzer scheinen verreist, doch der Schlüssel ist im selben Versteck wie früher. Ellen verschafft sich Zutritt zum Haus, streift umher, legt sich in ihr altes Zimmer - und bleibt. Wer sagt eigentlich, dass dieser Ort nicht mehr ihr gehört? Die Kühe sind verkauft, aber sie schmeckt die Milch wie damals, der Mistgeruch hängt ihr in der Nase, sie spürt die Wärme der Tierkörper. Dann taucht Max auf, der Freund aus Kindertagen, der nie weggezogen ist.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.06.2026
Lea Hagmann folgt der Schwedin Sann Samuelson auf der Suche nach ihrer Kindheit auf einem schwedischen Bauernhof. Dass diese Kindheit "kein Bullerbü" war, vermittelt die Autorin laut Hagmann poetisch und derb zugleich. Die Protagonistin in Samuelsons Debütroman kehrt zurück auf den längst verkauften elterlichen Hof, nistet sich dort unentdeckt ein und lässt ihrer Erinnerung und ihren Reflexionen über die Gegensätze von Stadt- und Landleben freien Lauf. All das verpackt die Autorin nicht in einen großen Plot, kraftvoll ist es dennoch, findet Hagmann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.05.2026
Rezensent Kristof Botka scheint sich besonders für die bäuerliche schwedische Welt zu erwärmen, an die Sanna Samuelsson ihre Protagonistin in Gedanken zurückbindet, wenn diese auf den elterlichen Hof zurückkommt und sich dort bei den neuen Besitzern einschleicht. Dass diese Welt trügerisch und nur eine geliehene war, wird im Roman schmerzhaft deutlich, so Botka. Ebenso wird die Zerrissenheit der Figur zwischen ihrem neuen Leben in der Stadt und dem auf dem Land spürbar, meint er. Neben der persönlichen Geschichte spielt auch der Untergang kleinbäuerlicher Landwirtschaft im Text eine Rolle, erklärt Botka weiter. Die Bilder im Roman findet er kraftvoll, allerdings formuliert die Autorin ihre Motive oft zu explizit (etwa wenn sich die Protagonistin selbst als "verlorenes Lamm" bezeichnet), kritisiert der Rezensent.
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