Sandra Hoffmann

Jetzt bist du da

Roman
Cover: Jetzt bist du da
Berlin Verlag, Berlin 2023
ISBN 9783827014948
Gebunden, 240 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Claire liebt ihr einsames Leben im Wald. Als Pädagogin lehrt sie Schulklassen in einem Wildniscamp, wie aufmerksame Wahrnehmung das Verhältnis zur Natur verändern kann. Einige Kilometer von ihrer Arbeit entfernt, bewohnt die 42-jährige Frau zusammen mit der Hündin Nora ein Haus auf einer Waldlichtung. Hier ist ihr Körpergefühl das Barometer für ihr Wohlbefinden. Als jedoch nach einer Campwoche der 16-jährige Janis auf ihrem Grundstück auftaucht, verbirgt sie sich zuerst vor ihm. Erinnerungen an Momente sexuellen Verlangens werden in ihr wach. Bilder, die sie scheut. Sie spürt eine Angst, die sie erst, als der Junge da ist, wirklich verstehen kann.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.10.2023

Die 42-jährige Claire ist quasi eins mit der Natur und hat sich inmitten von Wald und Wiesen ihr Leben eingerichtet, für einen Mann ist da eigentlich kein Platz, beleuchtet Rezensent Harald Eggebrecht die Prämisse von Sandra Hoffmanns Roman. Doch dann lernt die Pädagogin, die Jugendlichen den Wald und seine Bewohner näherbringt, den 16-jährigen Janis kennen, der ihr bemerkenswert scheint und ihr mit einer Berührung klarmacht, dass er ähnlich empfindet. Seine Präsenz hat eine Wirkung auf Claire, die die Balance ins Wanken bringt, die sie sich im Rückzug von der Welt so mühsam aufgebaut hat, sie muss sich den Gefühlen und dem Begehren stellen, das der Junge in ihr auslöst, schildert Eggebrecht. Dabei nimmt die Autorin nicht nur ihre Perspektive ein, sondern auch die von Janis, dem Kritiker zeigen sich so alle emotionalen Verstrickungen der Situation, auch wenn Hoffmann für ihn dabei bisweilen zu didaktisch und mit zu viel Naturschilderungen arbeitet. Dennoch eine empfehlenswerte Lektüre für die, die sich für komplizierte Liebes- und Selbstfindungsgeschichten interessieren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.09.2023

Sandra Hoffmann geht mit ihrem Roman auf "volles Risiko", meint Rezensent Fridtjof Küchemann: Nur zwei Figuren, eine 42-jährige Wildniscamp-Leiterin und ein 16-jähriger Schüler, in nur vierundzwanzig erzählten Stunden, zusammen auf engstem Raum in einer Waldhütte, aber mit großen Themen und Gefühlen - es geht um eine gegenseitige Anziehung zwischen den beiden ungleichen Figuren, um Macht und Machtmissbrauch, um Risiken und Leichtsinnigkeit. Wie Hoffmann die Leserschaft mit präziser Sprache und genauer Beobachtungsgabe in die gemeinsame Nacht der beiden führt, mit Blick auch auf die beiden "nuanciert unterschiedenen" Lebenswelten und auf die sorgsam entfaltetet Szenerie des umgebenden Waldes, findet der Kritiker fesselnd und handwerklich beeindruckend. Ein spannender und psychologisch feiner Roman, der die volle Bedeutung seines Titels erst ganz zum Schluss offenbart, lobt Küchemann.
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