Aus dem Englischen von Miriam Mandelkow. Moses, Big City, Fünf-nach-zwölf und die anderen setzen große Hoffnungen in ihr neues Leben im "Zentrum der Welt", so nennen sie das London der Nachkriegszeit. Sie sind aus der Karibik hierhergekommen, jetzt staunen sie über die Dampfwolken vor ihren Mündern. Und wenn der Wochenlohn wieder nicht reicht, jagen sie eben die Tauben auf dem Dach. Kapitulation? Niemals! Stattdessen beginnen die Überlebenskünstler, sich neu zu erfinden - und ihre neue Heimat gleich mit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.11.2017
Rezensent Hubert Spiegel findet Samuel Selvons poetische Unmittelbarkeit unerreicht. Dass der im Original 1956 erschienene Roman des aus Trinidad stammenden Autors erst jetzt ins Deutsche kommt, hält Spiegelt für eine Unerhörtheit. Umso erfreuter ist er, dass Übersetzerin Miriam Mandelkow ihre Aufgabe so einfallsreich bewältigt. Selvons artifizieller karibischer Dialekt hat es ihr wohl nicht leicht gemacht, ahnt er. Dem Rezensent gefällt die vitale, vorlaute und humorvolle Mündlichkeit des Textes dagegen gut. Der episodische Roman aus der karibischen Parallelwelt im London der 50er Jahre ist für Spiegel so etwas wie der Beginn der Migrationsliteratur.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.08.2017
Rezensent Michael Schmitt freut sich, dass Samuel Selvons bereits 1956 erschienener Klassiker "Die Taugenichtse" nun in einer einfühlsamen Übersetzung von Miriam Mandelkow auf Deutsch vorliegt. Der Kritiker staunt nicht nur, wie exakt und kenntnisreich Selvon den Londoner Alltag junger Einwanderer aus Trinidad schildert, sondern er liest hier auch interessiert vom Beginn der "Durchdringung und Verunsicherung" europäischer Städte durch die zerfallenden Kolonialreiche. Ein tragikomischer Episodenroman, der den Vergleich mit Henry Mayhews "London Labour and London Poor" nicht scheuen muss, lobt Schmitt.
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