Aus dem Amerikanischen von Christian Lux. Milo Burke, ein gescheiterter Künstler, arbeitet in der Finanzentwicklungsabteilung einer mittelmäßigen Universität in New York, um seine Frau Maura und seinen kleinen Sohn Bernie durchzubringen. Als er seinen Job verliert, weil er die Tochter eines Spenders der Universität beleidigt hat, gerät sein Leben aus den Fugen. Plötzlich aber möchte ihn die Universität zurück, da ein in Zeiten des Dotcom-Booms sagenhaft reich gewordener Studenfreund Milos, Purdy Stuart, eine gewaltige Spende in Aussicht stellt. Er erbittet sich Milo als Verhandlungspartner.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.02.2014
Einen solchen Universitätsroman wie Sam Lipsytes Buch "Der Spender" hat Rezensent Kai Sina noch nicht gelesen. Zum einen, weil der Autor die Handlung in der Gegenwart spielen lässt, vor allem aber, da Lipsyte sich auf die Finanzentwicklungsabteilung der Hochschule konzentriert und somit auf brillante Weise die Verbindung von Geist und Geld vorführt, findet der Kritiker. Er folgt hier dem Familienvater Milo, der nach einem Wutausbruch gegenüber einer Studentin zunächst seinen Job als Finanzbeamter verliert, um nach dem äußerst würdelosen Akquirieren von Spenden für die Universität erneut angestellt zu werden. Wenn der Rezensent etwa liest, wie Milo den Sohn des Spenders, einen zynischen Irak-Veteran, zu beseitigen versucht, erscheint ihm dem Roman nicht zuletzt als "Endzeitszenario" der amerikanischen Gegenwart. Der Gefahr, das Buch mit allzu viel Kulturkritik zu überlasten, entgeht Lipsyte durch die amüsante satirische Überzeichnung, lobt der Kritiker.
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