Klappentext

Das ganze Land redet nur von einem Mann - und seiner großen Entdeckung: Augusto Berns will die verlorene Stadt der Inka gefunden haben. Das Medienecho reicht von Lima bis London und New York. Doch wer ist der Mann, der vielleicht El Dorado entdeckt hat? Alles beginnt mit einem Jungen, der am Rhein Gold wäscht und sich in erträumten Welten verliert, der später in Berlin den glühend verehrten Alexander von Humboldt befragt, um bald darauf einen Entschluss zu fassen: Er, Berns, will die goldene Stadt finden. Berns wagt die Überfahrt nach Peru, wo er eher zufällig zum Helden im Spanisch-Südamerikanischen Krieg wird, dann als Ingenieur der Eisenbahn Mittel für seine Expedition sammelt. Mit dem Amerikaner Harry Singer besteigt er die Höhen der Anden und schlägt sich durch tiefsten Dschungel - um schließlich an einen Ort zu gelangen, der phantastischer ist als alles, was er sich je vorgestellt hat.
Erst seit kurzem weiß man, dass das sagenumwobene Machu Picchu in Peru von einem Deutschen entdeckt wurde. Sabrina Janesch hat sich auf die Spuren des vergessenen Entdeckers begeben und erzählt seine aufregende Geschichte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.10.2017

Abenteuergeschichten über Schatzsucher, die in fremden Ländern, auf fremden Kontinenten nach fremdem Gold suchen und auf dem Weg dorthin, geleitet durch eine fatale Mischung aus Neugier, Arroganz, Geltungssucht und Geldgier allerlei Unheil für die Ureinwohner anrichten - kann man solche Geschichten heute noch erzählen, ohne, dass beim Leser die Warnlichter des historischen Bewusstseins wild aufblinken müssen? Ja, man kann offensichtlich, scheint Rezensent Ulrich Baron mehr implizit als explizit auf diese Frage zu antworten, die er sich selbst stellte. Sabrina Janesch hat es geschafft: Dem sympathischen Helden ihres fabelhaft recherchierten Romans - der eigentliche jedoch vergessene Entdecker des Machu Picchu - fehlen jene letzten drei Attribute, ihn treibt der Entdeckergeist und "das Gold der Inka", was er in "El Dorado" zu finden hofft, ist für ihn mehr "Mittel als Zweck". Janesch schafft also, was sie sich vorgenommen hat: einen unterhaltsamen, packenden Abenteuerroman zu schreiben, der unbelasteten Lesegenuss erlaubt, freut sich der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.09.2017

Rezensent Burkhard Müller hat sich gern mit Augusto Berns auf die Suche nach Machu Picchu begeben. Janeschs neuer Roman mag vielleicht kein literarisches Meisterwerk sein, meint der Kritiker, wenngleich die Autorin Szenenkonstruktion und Figurengestaltung souverän meistere. Neben der enormen Recherche ist es aber insbesondere die große Zuneigung, die die Autorin ihrem Helden entgegenbringt, die den Rezensenten ganz und gar für den Roman einnimmt: Egal, ob sich Berns der Gier nach dem Gold hingibt oder zum Betrüger wird - Janesch hält bedingungslos zu ihrem Augusto, erzählt der Kritiker, der bei so viel "emotionaler Kraft" nicht mal die Differenz der Zeiten in diesem historischen Roman bemerkt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.09.2017

Peter Körte liest fasziniert von der Entdeckung Machu Picchus durch den deutschstämmigen Unternehmer und Hochstapler Augusto R. Berns in Sabrina Janeschs Roman. Das Buch ist für ihn historischer Bericht und Abenteuerezählung in einem, mitunter etwas cineastisch "überinszeniert", meint er, doch im Ganzen spannend und überzeugend und mit einem traurig-ironischen Epilog, in dem sich das Leben Berns vollendet, so der Rezensent.
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