Das einzige indianische Zeugnis über den Zusammenbruch der Inka-Kultur. Herausgegeben und mit einer Einführung von Martin Lienhard. Diese als Brief abgefasste Chronik des "Sonnengottes" Titu Kusi Yupanki entstand 1570, zwei Jahre bevor die Inka-Dynastie den Spaniern endgültig erlag. Die Chronik wurde in "Ketschua" vom Sekretär Titu Kussis für den spanischen König Philipp II.aufgezeichnet. Sie schildert teils romanhaft, teils in klagenden, zornigen Monologen ein Stück peruanischer Geschichte, die die meisten europäischen Historiker unterschlagen oder vernachlässigt haben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 17.11.2003
Rudolf Walther zufolge handelt es sich bei diesem "authentischen Bericht" von indianischer Seite über die Eroberung Perus durch die Spanier um dreierlei: Er sei "erstens eine Chronik der Eroberungsgeschichte, zweitens eine Selbstrechtfertigung und drittens ein Verhandlungsvorschlag für einen Interessenausgleich". Keineswegs sei dieses 1570 durch den Inka König Titu Kusi Yupanki verfasste Schriftstück, der nur ein Jahr später einen gewaltsamen Tod finden sollte, ein bloßer Ereignisbericht, sondern vielmehr ein mutiger Entwurf, um die drohende Katastrophe noch zu vermeiden, schreibt Walther, der an diesem gewand auftretenden König Gefallen gefunden hat. Geschickt vertrete dieser seinen Standpunkt als zwar militärisch unterlegener, doch nichtsdestotrotz rechtmäßiger Herrscher des Reiches, erklärt der Rezensent, und gemahne die spanischen Leser eingehend, "dass sich Mord, Totschlag, Raub und Vergewaltigung für Götter überhaupt nicht geziemen", und als solche bezeichneten die Inkas die über sie hereinbrechenden Eroberer.
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