Sabine Schonert-Hirz, bekannt als Dr. Stress, räumt mit den gängigen Stress- Mythen auf und entwickelt anhand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse ein Konzept, mit dem man die positiven Aspekte des Stressantriebs für sich nutzen kann, um die negativen Auswirkungen zu relativieren. Dabei geht es ihr nicht um die üblichen Entspannungsübungen, sondern um dauerhaft veränderte Denk- und Handlungsgewohnheiten: Indem man gezielt Ressourcen aufbaut, mit denen man schädliche Stressreaktionen ausgleichen kann, mit kleinen Maßnahmen seine Gesundheit stärkt und Warnzeichen rechtzeitig erkennt, bleibt man in einem ausgefüllten Alltag leistungsfähig und gesund.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.11.2006
Eine gehörige Portion Skepsis gegenüber diesem Ratgeber zum Thema Stress von Sabine Schonert-Hirz kann Rezensent Eberhard Straub nicht verbergen. Er erinnert an die Selbstentfremdung durch Arbeit laut Schiller und Marx, die er im krassen Gegensatz sieht zu den Vorstellungen, die er bei Schonert-Hirz propagiert findet. Diese würden Schiller und Marx ein mangelhaftes Sinnmanagement und unterentwickeltes Anpassungsvermögen vorwerfen. Ausführlich rekapituliert Straub dann, was die Autorin stattdessen fordert: Engagement und Enthusiasmus auch bei Aufgaben, die einem wenig sinnvoll erscheinen, Hingabe an die Arbeit, Selbstdisziplin, Zähigkeit, positives Denken, Sport. Abschließend rät Straub resigniert, Schiller und Marx besser nicht zu lesen, wenn man um seine Stressbalance fürchtet, sondern sich an Schonert-Hirzs Ratgeber zu halten. "Das bewahrt vor dummen Gedanken", resümiert der Rezensent, "das heißt: vor der Sehnsucht nach der Freiheit ungeheurer Gefühle." Die Frage bleibt, warum sich Straub überhaupt den Stress antut, dieses Buch aus dem Rezensensionsexemplarstapel in der Redaktion zu ziehen.
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