Ryyan Alshebl
Flucht nach vorn
Ein syrischer Bürgermeister in Schwaben zeigt, wie gute Politik gehen kann
Klappentext
Ryyan Alshebl flieht 2015 aus Syrien übers Mittelmeer nach Deutschland. Nur acht Jahre später wird er Bürgermeister der schwäbischen Ortschaft Ostelsheim - gewählt mit gerade einmal 29 Jahren. Sein Erfolgsrezept: Er packt Probleme dort an, wo sie entstehen und findet pragmatische Lösungen. In seinem Buch zeigt er, wie Politik ganz konkret das Leben der Menschen besser machen kann, ob in Fragen der Bildungs-, Wohnungs- oder Flüchtlingspolitik. Er schildert bemerkenswerte Begegnungen, beschreibt seinen täglichen Kampf mit der deutschen Bürokratie und erläutert, warum er doch nie den Mut verliert. Denn die Demokratie ist zu wertvoll, als dass wir sie den Pessimisten und Populisten überlassen dürften.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.07.2026
Ziemlich begeistert ist Rezensent Rüdiger Soldt von Ryyad Alshebls Buch. Der aus Syrien stammende Kriegsflüchtling Alshebl wurde nur wenige Jahre nach seiner Flucht Bürgermeister im schwäbischen Ostelsheim und legt nun in seinem Buch dar, was in Deutschland schief läuft. Ein Problem ist Alshebls Meinung nach die deutsche Regulierungswut und die Tendenz, wichtige Entscheidungen Berufsbeamten anstatt gewählten Politikern zu überlassen. Was Asylpolitik betrifft, empfiehlt der Autor teils restriktive Maßnahmen, die man von einem Politiker der Grünen, deren Mitglied Alshebl ist, eher nicht erwarten würde. Neben der Errichtung von Asylzentren in Herkunftsländern plädiert der Autor freilich auch dafür, die teils nach wie vor katastrophale Lage in Afghanistan und anderen Ländern im Blick zu behalten. Soldt leuchten Alshebls Diagnosen ein, kritisch merkt er lediglich an, dass das Buch, das persönlich Erlebtes mit Analytischem verbindet, etwas mehr Struktur hätte vertragen können. Gleichwohl endet die Besprechung auf einer dezidiert positiven Note. Dringend notwendige "Impulse für eine politische Erneuerung" findet Soldt bei Alshebl.
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