Klappentext
Städte sind das Brennglas für die Möglichkeiten und Begrenzungen von Transformation, denn hier werden gesellschaftliche Veränderungsprozesse konkret. Die Herausforderungen sind gewaltig. Da Städte institutionell stark auf Stabilität und Kontinuität ausgerichtet sind, steckt die Organisation von Wandel voller Tücken. Uwe Schneidewind wirft nach fünf Jahren als Wuppertaler Oberbürgermeister einen Blick zurück in den urbanen Maschinenraum. Ob Schwimmbad, Schulbau, Nahverkehr - Schneidewind beschreibt das alltägliche Systemversagen im Lokalen und gleichzeitig, wie sich doch etwas bewegen kann. Denn gerade in der vermeintlichen Ohnmacht entstehen Inseln des Gelingens. Wenn erfolgreiche Projekte wachsen und Engagierte sich vernetzen, setzen sie den Keim für Veränderung. In diesem Sinne macht dieses instruktive und an vielen plastischen Beispielen reiche Buch Hoffnung.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.03.2026
Rezensentin Claudia Henzler liest mit Spannung das Buch des ehemaligen Leiters des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt und Energie und polischen Quereinsteigers Uwe Schneidewind. Was der Ökonom als grüner Oberbürgermeister von Wuppertal erlebte, ist laut Henzler Stoff für eine TV-Soap. Was genau das Buch darstellt, ist Henzler weniger klar: Reform-Plädoyer, Abrechnung mit Politikern, deren Hauptaktivität im Schittchen-Essen besteht? Klar ist Henzler allerdings, dass die Bilanz eher negativ ausfällt. Schneidewind beklagt u.a. den Blockade-Föderalismus oder die Überflüssigkeit der Stadträte. Dass der Autor hier wissenschaftlich argumentiert und Vorschläge macht, findet Henzler interessant, auch wenn vieles nur angerissen wird, wie sie feststellt. Gut gefällt ihr auch, dass der Autor Seitenblicke auf positive Beispiele von Stadtpolitik wirft, etwa Richtung Bochum.
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