Aus dem Englischen von Jobst-Mathias Spannagel. Mit einem Vorwort von Ezra F. Vogel. Als "Chrysantheme und Schwert" im Jahre 1946 war eine Sensation. Dieses Werk über die Wesensart und das Weltbild der Japaner avancierte auf Anhieb zu einem der maßgeblichen Standardwerke der Sozialwissenschaften. Ruth Benedict (1887 - 1948), die neben Margaret Mead als die einflussreichste Kulturanthropologin dieses Jahrhunderts gilt, untersucht in dieser erstmals auf Deutsch vorliegenden Studie die Persönlichkeit, die Denkmuster, das Wertesystem und die Handlungsnormen der Japaner.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.08.2006
Mit "einer gewissen Beschämung" registriert Rezensent Ludger Lütkehaus, dass dieser "Klassiker der Japan-Forschung" erst mit sechzigjähriger Verspätung zum deutschsprachigen Leser gelangt ist. Denn es handelt sich Lütkehaus zufolge um ein "eindrucksvolles" und "unerachtet einiger Schematisierungen", sehr informatives Werk. Obwohl es eine Auftragsarbeit des amerikanischen "Office of War Information" gewesen sei, revidiere es viele "Kriegsklischees". Auch entziffere die legendäre amerikanische Kulturanthrpologin das "außerordentlich ausdifferenzierte japanische Höflichkeitssystem". Als Zentrum des Buches bezeichnet der Rezensent die Darstellung des extrem "normativen sozialen Verpflichtungssystems". Eine Qualität der Untersuchung scheint auch die Fähigkeit der Wissenschaftlerin zu sein, sich ein Gespür für "Überlappungen und Differenzierungen" in ihren Beobachtungen zu bewahren. Auch die japanische Kulturanthropologie habe diese Studie mit Gewinn rezipiert.
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