In den letzten Jahren zeigte sich, dass im Laufe der Globalisierung die Grenzen für Waren-, Kapital- und Informationsflüsse zwar schwanden, gleichzeitig jedoch neue Grenzziehungen erfolgten, die kulturell und/oder ethnisch motiviert und definiert wurden. Die Welt wurde nicht zu einem einzigen Dorf, sondern bestehende Dörfer wurden gleichsam von Gräben und Mauern umgeben. Dem - für viele Globalisierungseuphoriker(innen) unerwarteten - Phänomen des Erstarkens von ethnischen Nationalismen war eine Vortragsreihe des Collegium generale der Universität Bern im Sommersemester 1998 gewidmet. In interdisziplinärer Zusammenschau werden Analysen der globalen und regionalen Bedingungen von Ethnisierungen und der Mechanismen von kulturellen und ethnischen Einbindungen und Ausgrenzungen untersucht, die zur Formierung neuer Nationalstaaten, quasistaatlicher Gebilde, ethnischen Säuberungen und selbst Genoziden führten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.11.2000
Dieser nach einer Berner Tagung entstandene Sammelband vereint Aufsätze, die den neuen "Ethno-Nationalismus" als Reaktion auf die Globalisierung zu deuten versuchen. Auf die Rationalität dieser Bewegungen weist der vom Rezensenten (Kürzel: "hof.") als einziger ausführlicher besprochene Aufsatz des Friedensforscher Christian P. Scherrer hin. Als Beispiele werden in dem Band "Kongo, Rwanda und Mittel- und Osteuropa" herangezogen, die Ethnologen Georg Elwert und Hans-Rudolf Wicker untersuchen den "Mentalitätswandel", der zu den Tendenzen der "Glocalization" führt. Der Rezensent verzichtet auf jeden eigenen Kommentar.
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