Nun hat auch Deutschland seinen Geheimdienstskandal: Die beiden Autoren befassen sich seit Jahren damit, was den BND umtreibt, vor allem auch im Nahen Osten, dessen Länder im Focus der Weltpolitik stehen. Dort tummeln sich die Geheimdienste der wirtschaftlich mächtigsten Staaten der Welt, mal als Gegner, mal als Verbündete, je nach der Interessenlage ihrer Auftraggeber. Kommt es in diesem "Spiel" zu Pannen, die sich nicht mehr verbergen lassen, oder zu gewollten Störungen, dann lüftet sich der Vorhang vor einer staunenden Öffentlichkeit.
Nicht sehr Gewinn bringend findet Rezensent Otto Diederichs die Lektüre dieses Sachbuchs. Denn es setzt sich seinem Eindruck zufolge nur teilweise mit dem Titelthema auseinander. Denn der Autor des 1993 erschienenen, noch hochinformativen BND-Buchs "Schnüffler ohne Nase" liefere diesmal nur "olle Kamellen" ab. Anfangs- und Schlussteil des Buchs befasssen sich laut Diederich noch nicht mal mit dem gestellten Thema BND in Nahost. Vielmehr widme sich Autor Erich Schmidt-Eenboom hier höchst gefühlig seinen eigenen Geheimdienstverstrickungen. Das findet der Rezensent streckenweise auch ganz interessant: als Rechenschaftsbericht, inwieweit sich jemand, der über Geheimdienste recherchiert, selbst mit ihnen einlassen muss. Allerdings kommen dem Rezensenten Schmidt-Eenbooms Rechtfertigungen für manche Grenzüberschreitung ziemlich fadenscheinig vor.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.02.2007
Kein gutes Haar lässt Wilfried von Bredow an diesem Buch über den deutschen Geheimdienst im Nahen Osten, das Erich Schmidt-Eenboom vorgelegt hat. Er stört sich nicht nur an der anmaßenden Art des Autors, sondern auch daran, dass der Inhalt des Buchs seinem Titel kaum gerecht wird. Das Buch wärmt seines Erachtens vor allem "alte Kamellen" wieder auf. Neue Informationen findet er darin so gut wie keine. Notorisch unklar bleibt für ihn die Rolle, die der BND nun eigentlich im Nahen Osten spielen soll. Treffender als Schmidt-Eenbooms Betitelung des Buchs scheint ihm der Titel: "Ich, äh, und der BND". Bredows harsches Urteil über das Buch: Es ist schlicht "Quark".
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