Rosetta Loy

Die Pforte des Wassers

Roman
Cover: Die Pforte des Wassers
Piper Verlag, München 2001
ISBN 9783492042963
Gebunden, 119 Seiten, 15,24 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Maja Pflug. Eine große, unbedingte Liebe, wie nur Kinder sie empfinden können - und die schmerzvolle Leere, wenn sie nicht erwidert wird. Rosetta Loys Erinnerung an ihre großbürgerliche römische Kindheit ist überschattet von einer vagen, unerfüllten Sehnsucht. Dies ist die Geschichte einer unerwiderten Leidenschaft. Einer großen kindlichen Zuneigung, entgegengebracht jenem blondgezopften Fräulein mit immer frisch gewaschener, rosiger Haut, die das kleine Mädchen auf unerklärliche Distanz hält ...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.08.2001

Maike Albath ist enttäuscht. Der neue Roman von Rosetta Loy ist für die Rezensentin der Roman einer freundlichen alten Dame, die sich an ihre Kindheit in einem großbürgerlichen Haus Anfang der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts und an ihre erste Liebe zu einem Kindermädchen erinnert, die das Kind aber leider enttäuscht und krank macht. Der Titel der überarbeiteten Fassung (die erste Ausgabe erschien unter gleichem Namen 1976), informiert Albath, ist einem Gedicht von Garcia Lorca entnommen und soll bereits auf den Einbruch der grausamen Wirklichkeit in das behütete Kinderdasein hinweisen, das meist auch aus der Kinderperspektive in Ausschnitten und begrenzten Bildsplittern geschildert werde, und zwar reichlich symbolüberfrachtet, wie die Rezensentin meint. Loy hat für Albath deutlich zu dick aufgetragen, die angeblich kindlichen Erinnerungen kommen ihr so vor, als ob eine alte weise Tante der jungen Heldin den Text souffliert hätte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.07.2001

Maria Frisé geht in ihrer Rezension auf zwei Bücher Rosetta Loys ein, die sich beide mit ihrer Kindheit im faschistischen Italien befassen: "Die Pforte des Wassers. Roman" und "Via Flaminia 21. Meine Kindheit im faschistischen Italien" (beide Piper). Jedoch wird nicht in jedem Punkt deutlich, bei welchem Aspekt sie sich auf welches Buch bezieht.
Der Rezensentin gefällt es sehr, dass die Autorin Bilder eingefangen hat, die in der Kindheit - oder in der Erinnerung daran - von besonderer Bedeutung sind, wie etwa "morgendliche Geräusche wie das Schlagen von Türen oder flüsternde Stimmen im Flur". Aber auch Ängste werden, so Frisé, beschrieben, etwa die unheimliche Atmosphäre im katholischen Stift. Dabei werde von der Autorin deutlich aufgezeigt, wie der Faschismus und Antisemitismus in Italien immer mehr Fuß fasste und auch die Welt des Mädchens beeinflusste. Besonders gut scheint der Rezensentin zu gefallen, dass die Autorin in "Via Flaminia 21" neben den Erinnerungen auch Dokumente mit einfließen lässt, etwa Gesetzesänderungen, "ängstliche, verschleiernde Reaktionen der katholischen Kirche" oder auch Zitate des Papstes. Die Sprache der Autorin wird als sehr poetisch gelobt und hat die Rezensentin sogar "manchmal fast an Proust erinnert".
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