Rose Tremain

Die Umwandlung

Roman
Cover: Die Umwandlung
dtv, München 2003
ISBN 9783423131063
Taschenbuch, 429 Seiten, 12,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Elfie Deffner. 1952 erkennt die gerade einmal sechsjährige Mary Ward mit absoluter Klarheit ihre wahre Identität: In Wirklichkeit ist sie kein Mädchen, sondern ein Junge. Ihr Kampf darum, diese Identität auch von der Außenwelt akzeptiert zu sehen, dauert Jahrzehnte. Vom ländlichen, engstirnigen England der fünfziger Jahre über das "Swinging London" der Sechziger bis zum schrillen Amerika der Siebziger spannt sich der Erzählbogen dieses bewegenden Romans, der eine schonungslose Gesellschaftsanalyse liefert und uns zugleich eine Fülle liebenswerter Charaktere nahebringt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.02.2004

Ein wahres Loblied stimmt Michael Adrian auf den 1992 erschienenen und nun in deutscher Übersetzung vorliegenden Roman Rose Tremains an, der "packend" den dreißig Jahre währenden Weg einer Geschlechtsumwandlung erzählt. Gerade mal sechs Jahre alt ist Mary, als sie im Jahre 1952 feststellt, dass sie in Wahrheit ein Junge ist, erzählt der Rezensent und rühmt das Geschick der Autorin, mit dem sie alle Klippen einer solchen Geschichte umschifft: Weder verfalle sie in eine simple Konfrontation von engstirniger Gesellschaft und Individuum, noch gingen die Figuren je vollständig in einer psychologischen Deutung auf. So legt beispielsweise die kaum überspielte Unzufriedenheit von Marys Vater mit seinem weiblichen Nachwuchs die Auslegung nahe, der Wunsch, ein Junge zu sein, gründe in familiären Umständen. Doch auch eine solche Lesart hinterlässt einen Rest, betont der Rezensent, "etwas Unwandelbares" an Tremains Protagonisten. Beeindruckt war Adrian zudem von dem "gleichsam beiläufigen Ernst", mit dem die Autorin sowohl den sechziger Jahren mit ihrem "realen Freiheitsgewinn", als auch all ihren Figuren Gerechtigkeit widerfahren lässt - so, dass der Leser selbst Marys "hartherzigen" Vater ins Herz schließt.

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