Ror Wolf

Die Vorzüge der Dunkelheit

Neunundzwanzig Versuche die Welt zu verschlingen. Horrorroman
Cover: Die Vorzüge der Dunkelheit
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt/Main 2012
ISBN 9783895613074
Gebunden, 272 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Es beginnt mit verschwundenen Körperteilen, explodierenden Straßen, einem Knistern, Knacken, Zischen und Schaben. "Plötzlich begann sich die ganze Welt zu bewegen, sie begann zu dampfen und lautlos zu zittern." Ror Wolf, der große Sprachartist und Meister der grotesken Komik, legt zu seinem 80. Geburtstag einen neuen Roman vor. Er berichtet vom Aufbruch des Ich-Erzählers in eine entfesselte Wirklichkeit, von seiner Reise durch wuchernde, apokalyptisch anmutende Landschaften, bevölkert von namenlosen, gefräßigen Kreaturen, seinen Begegnungen mit geheimnisvollen Damen in Bahnhofshotels und Bierkneipen. Innerhalb eines Lidschlags wechseln die Kontinente. Losgelöst von Raum und Zeit entsteht ein Stück des einzigartigen Kosmos von Ror Wolf: ein zugleich alptraumhaftes und faszinierendes Panoptikum voll doppelter Böden, Tapetentüren und plötzlich aufreißender Abgründe.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 21.07.2012

Einen Horrorroman in Anführungszeichen hat Ror Wolf hier nun im hohen Alter in seiner "Wirklichkeitswerkstatt" gezimmert, informiert Rezensent Tim Caspar Boehme, der sich über die weltenschaffenden Qualitäten des Autors und dessen ausgefeilter Stilistik, die sich ohne jede Lustfeindlichkeit gegen das "sinnstiftende Erzählen" richtet, so sehr freut, dass er kaum ein Wort zum Inhalt verliert. Man erfährt jedenfalls, dass sich "Schreckliches" und "seltsame Geschehnisse aller Art" in der motivischen Nähe von Hieronymus Bosch abspielen, ohne dass dabei der Humor zu kurz komme. Die zentrale Genussqualität des Romans liege dabei in dessen "poetischer Strategie", die sich ganz auf die Sprache zurückziehe: "Auf der Ebene des Satzes" erlebt Tim Caspar Boehme hier allerlei unerwartete Abenteuer und hofft schon jetzt inständig auf einen weiteren "Horrorroman" aus Wolfs Feder.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.06.2012

Ror Wolfs neuer Roman "Die Vorzüge der Dunkelheit", der jetzt zum 80. Geburtstag des Schriftstellers erschienen ist, scheint Hilmar Klute so etwas wie die Summe seines Schaffens: Das Werk, ein "Horrorroman", fährt in seinen Augen die Elemente von Wolfs diabolisch-groteskem Romanuniversum auf und bündelt geradezu "alle Schrecken dieses abgründigen Idyllikers". Er findet in dem Roman die großen Themen Wolfs wieder: den Verlust des Körpers und der Heimat, die Fremdheit zwischen den Menschen, die Wildnis der Zivilisation. Komik und Schrecken liegen für Klute in Wolfs surreal anmutender Welt dicht nebeneinander, alles ist flüchtig, Kulissen brechen weg, der Erzähler ändert dauernd die Farbe, den Standpunkt, verliert Gliedmaßen, bekommt neue, es regnet Käfer und tote Vögel, kurz: Es passiert eine Menge, auch Ungeheuerliches. Der Rezensent ist völlig hingerissen.
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