Von der Schönheit der deutschen Sprache
Eine Wiederentdeckung

Piper Verlag, München 2025
ISBN
9783492321945
Kartoniert, 320 Seiten, 14,00
EUR
Klappentext
Die deutsche Sprache steht im Ruf, genau und logisch, aber auch schwerfällig, hart im Klang und sogar unschön zu sein. Roland Kaehlbrandt widmet sich keiner geringeren Aufgabe, als zu beweisen: Deutsch ist eine schöne Sprache! Denn sie lädt zu feinsten Nuancen ein; sie ist klangvoll, klar und anschaulich, kann aber auch anmutig und elegant sein, ja sogar voller Witz. Dieses Buch ist eine Schatztruhe an Sprachschönheiten, aufgespürt in Wörtern, Sätzen, Versen, Liedern, Reden, im Sprachwitz und in unseren Mundarten.
Rezensionsnotiz zu
Die Welt, 15.11.2025
Rezensent Matthias Heine freut sich über Roland Kaehlbrandts ungebrochene und ansteckende Liebe zur deutschen Sprache. Nach seinem Beststeller von 2022, auch schon betitelt mit "Deutsch. Eine Liebeserklärung" und mit dem Fokus auf die Vorzüge der deutschen Sprache, wird nun im neuen Buch sogar deren Schönheit deklariert. Darunter fällt für den Frankfurter Professor etwa die Freiheit in der Satzstellung, die für Abwechslung sorgt und in anderen Sprachen strengeren Regeln unterworfen ist ("Seltsam, im Nebel zu wandern"), wie auch die Freiheit des beliebig erweiterbaren Substantivkompositums, das abseits verspotteter Wortmonster aus der Bürokratie auch für große Klarheit sorgen kann - als Beispiel führe der Autor etwa den "Wasserstoff" an. Außerdem geht es ums "Zustandspassiv" ("alle Länder sind erforscht") oder um starke Verbformen ("flög", "gewönne", "hülfe"). Als prominente Vertreter verschiedenster deutscher Sprachschönheiten führe der Autor dabei etwa Freud und Hegel an. Ein schönes, begnadetes Buch, vermittelt Heine, das einem das Deutsche (wieder) schmackhaft macht und dem Kritiker sichtlich Lesefreude bereitet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.10.2025
Eindrücklich zeigt Roland Kaehlbrandt in diesem Buch laut Rezensent Wolfgang Krischke die Schönheit der im Ausland oft, insbesondere seit dem Nationalsozialismus und dessen Befehlston, schlecht beleumundeten deutschen Sprache auf. Die Beispiele holt der Autor aus verschiedenen literarischen Bereichen, erfahren wir, große Lyriker und Prosaautoren von Goethe bis Rilke ("Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, und auf den Fluren laß die Winde los") kommen vor, aber auch zeitgenössische Poplyrik und Wissenschaftssprache. Krischke freut sich, dass Kaehlbrandts Buch seinerseits in einer wohlklingenden Sprache verfasst ist und nicht nur Beispiele schönen deutschen Schreibens einsammelt, sondern auch linguistische Ursprünge erkundet, etwa hinsichtlich der variablen Wortstellung im Deutschen - auch das Vorurteil, dass die deutsche Sprache zu konsonantenlastig sei, wird widerlegt. Insgesamt ist Krischke ziemlich überzeugt von dieser Verteidigungsschrift, die auch ein gutes Gegengewicht bildet gegen bürokratische Gendersprache und andere linguistischen Verbrechen unserer Zeit, meint der Kritiker.