Von seinen zahlreichen Reisen durch Afghanistan hat Roger Willemsen Hunderte von Kinderzeichnungen, Aufsätzen und Briefen mitgebracht bewegende Dokumente junger Menschen, deren Alltag der Krieg ist. Bei seiner letzten Reise, die ihn im Herbst 2012 von Kabul bis ins Panschir-Tal führte, hat Willemsen einige dieser Kinder besucht. Sein großer Bericht dieser Reise zeichnet zusammen mit den Bildern und Texten der Kinder ein genaues und oft überraschendes Bild vom Leben in Afghanistan nicht nur seiner düsteren, sondern auch seiner glücklichen Momente. Es ist das Leben, das bleibt, wenn die internationalen Truppen das Land verlassen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.10.2013
Bewegt hat Rezensent Tom Neshitov Roger Willemsens neues Buch "Es war einmal oder nicht" gelesen, in dem afghanische Kinder von ihrer Welt und ihrem Schicksal berichten. Westlichen Lesern werden die Schilderungen der Kinder so unwirklich wie - verstörende - Märchen erscheinen, versichert der Kritiker, der hier etwa liest, wie der kleine Qajamudin beobachten muss, wie sein Vater und sein zwölfjähriger Bruder beim Kauf einer Kuh erschossen werden und von da an kaum Zeit für die Schule findet, weil er die Familie versorgen muss. Auch die Schilderungen der Erwachsenen in diesem Buch, etwa das Schicksal der Schneiderin und vierzehnfachen Mutter Feruch Gulam Ali, die unter der Drogenabhängigkeit ihres aus dem Krieg zurückgekehrten Ehemannes leidet, haben den Rezensenten erschüttert. Darüber hinaus enthalte dieses Buch ergreifende Bilder der Kinder, informiert der Kritiker, der das Leben in Afghanistan selten besser verstanden hat als nach der Lektüre dieses eindrucksvollen Buches.
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