Rochus Misch

Der letzte Zeuge

Ich war Hitlers Telefonist, Kurier und Leibwächter
Cover: Der letzte Zeuge
Pendo Verlag, Zürich 2008
ISBN 9783866121942
Gebunden, 334 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Mit einem Vorwort von Ralph Giordano. Unter Mitarbeit von Sandra Zarrinbal und Burkhard Nachtigall. Er war abgestellt an die Front, bis sich ihm 1940 unerwartet die Gelegenheit bietet, bei Hitler als Kurier, Leibwächter, dann auch als Telefonist zu arbeiten. In Hitlers Wohnung in München geht Rochus Misch ebenso ein und aus wie am Berghof und in der "Wolfsschanze". Im Führerbunker absolvierte er auch noch seinen Dienst, als Hitler und Eva Braun sich umgebracht haben. Denn für Misch, der Hitler nur als Privatmann erlebte, galt das Gebot unbedingter Loyalität. Um deren fatale Seite es ihm geht, wenn er heute sein Leben erzählt: Nein, ich werfe dem Rochus Misch von damals nicht vor, dass er keinen Ärger machte. Dennoch dass mir das so selbstverständlich war, das macht mich nachdenklich.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.08.2008

Dass dieses Buch so erfolgreich ist, bereitet Stephan Speicher Kopfzerbrechen. Wie kann das sein?, fragt sich der Rezensent. Speicher findet, was er hier liest, weder gründlich noch scharfsinnig noch packend geschrieben, und Neues über den Nationalsozialismus erfährt er ebenso wenig wie unveröffentlichte Bekenntnisse des Führers. Ist es, weil der Leibwächter und Telefonist Rochus Misch der letzte Überlebende aus Hitlers Führerbunker ist? Ratlos blickt Speicher auf das hier vermittelte Hitler-Bild: Hitler - ein ruhiger, sachlicher Chef. Und dann geht es ihm auf: Es ist gerade das Unspektakuläre des Zeitzeugen Misch, das die Leser anzieht, seine eigene ruhige und sachliche Art. Und Speicher weiß nicht, was ihn mehr verwundert, ja erschreckt: Ein Autor, der so ein Buch schreibt und dabei weder Gefühle noch Gedanken zeigt noch eine Vorstellung davon vermittelt, was es heute für ihn bedeutet, Hitlers Leibwächter gewesen zu sein. Oder der Umstand, dass sein Buch im Jahr 2008 ein Bestseller werden konnte.
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