Roberto Bolano

Die romantischen Hunde

Gedichte
Cover: Die romantischen Hunde
Carl Hanser Verlag, München 2017
ISBN 9783446244665
Gebunden, 176 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Christian Hansen und Heinrich von Berenberg. Die erste deutsche Gesamtausgabe von Roberto Bolaños Gedichten. Für Bolaño, den illusionslosesten und letzten Romantiker des 20. Jahrhunderts, war Dichtung seine wahre Berufung und die eigentliche Quelle aller Literatur. Seine Gedichte sind visionär und surreal, aberwitzig und melancholisch. Sie sind ein Loblied und zugleich ein Abgesang auf jene Generation der "romantischen Hunde", die die Welt verändern wollte und unter die Räder kam: "Wenn wir genau hinhörten, könnten wir hören, wie die Türen der Geschichte zufallen / oder die Türen des Schicksals."

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.05.2017

Nico Bleutge ist erklärter Roberto-Bolaño-Fan und doch wollen ihn die Gedichte des chilenischen Schriftstellers nicht recht packen. Wie Bolaño abwechselnd präzise und "surreale" Bilder, Reflexionen und Erinnerungen in seine an die Beatniks erinnernden Gedichte einflicht, hat dem Kritiker zwar gefallen. Das rhythmische Gespür eines Alan Ginsberg vermisst er hier allerdings, manches Prosagedicht gerät Bleutge auch zu trocken. Zumindest in der deutschen Übersetzung geht zudem die ein oder andere Pointe und Formulierung ziemlich daneben, fügt der Kritiker hinzu, der sich nicht und ein paar spanische Originale in dem Band gewünscht hätte, sondern auch Anmerkungen und ein Nachwort vermisst. "Nicht Fisch, nicht Fleisch", findet er.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.03.2017

Ralph Hammerthaler ärgert sich nur ein klitzekleines bisschen über die editorische Sorglosigkeit, mit der hier Gedichte von Roberto Bolano aus zwei Jahrzehnten ohne Jahreszahlen, Publikationshinweise, Vor- oder Nachwort serviert werden. An der Wucht der Texte aber, am Bilderrausch ändert das für ihn nichts. Ob Bolano über Sex und Rock 'n' Roll dichtet oder über Spritztouren mit dem Dichterfreund - Hammerthaler findet es großartig, weil so wunderbar unpathetisch und formal unaufgeregt, meint er, voll schweifender Sehnsucht, tollkühner Erfindungen und echtem Leben.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2017

Rezensent Christian Metz ist entzückt über diesen Band mit Gedichten von Roberto Bolano. Die lyrischen Texte des bei uns vor allem als Romanautor bekannten Bolano findet er bestechend schön und von höchster literarischer Qualität, nicht zuletzt dank der Übersetzer Heinrich von Berenberg und Christian Hansen. Dennoch hält Metz die Edition für eine verpasste Chance, da die Originaltexte nicht enthalten sind und ein Nachwort ebenfalls fehlt, das die zwischen 1980 und 1998 verfassten Texte und ihre sprachliche Gestalt einordnet. An der Faszination des Rezensenten für die Gedichte ändert das allerdings wenig. Über Bolanos Fähigkeit, ernst und zugleich "fintenreich" aus der eigenen Biografie und über die einfachsten Lebensbedingungen zu dichten, kann sich Metz gar nicht genug freuen. Dass der Autor auf alles Artifizielle wie Reime oder Strophen verzichtet, findet Metz auch toll. Richtig groß aber scheint ihm Bolanos Lyrik erst durch die Haltung, die sich in ihnen ausdrückt, eine Haltung, so der Rezensent, die den Glauben längst verloren hat, aber doch immer wieder nach den Spuren einer verzauberten Welt Ausschau hält.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de
Stichwörter