Robert Stone

Die Professorin

Roman
Cover: Die Professorin
Marebuchverlag, Hamburg 2004
ISBN 9783936384468
Gebunden, 294 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Übersetzung: Rudolf Hermstein. Michael Ahearn hat als Familienvater und Professor in einer verschlafenen Kleinstadt tief im Mittleren Westen der USA ein scheinbar glückliches Leben. Bis eine neue Professorin aus der Karibik an sein College kommt: die geheimnisvolle Lara Purcell, deren erotischen Reizen Michael verfällt. Eine leidenschaftliche Affäre beginnt, in deren Zuge die Professorin Michael überredet, sie in ihre karibische Inselheimat zu begleiten. Gemeinsam treten sie die Reise in eine Welt voll Verbrechen und archaischem Voodooglauben an, in der Michael sich am Ende in der Dunkelheit des eigenen Herzens verliert...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.12.2004

"Die Professorin" gehört nach Ansicht von Rezensent Martin Halter nicht eben zu den besten Romanen von Robert Stone. Der Autor, der mit seinen Politthrillern oft der Zeit voraus war, kommt zum Bedauern Halters diesmal zu spät, die Protagonisten der wilden Mixtur aus Campus-Roman und Spionagethriller, viel Voodoo-Kult, sadomasochistischen Fesselspielchen und Drogenabgründen hätten ihre beste Zeit lange hinter sich. Für Halters Geschmack hat Stone in seiner Geschichte um den braven Familienvater und Professor Michael Ahearn, der seiner ebenso schönen wie dämonischen Kollegin Lara Purcell verfällt und ihr auf eine karibische Insel folgt, wo er in einem Sumpf aus Drogen, Alkohol, Voodoo-Riten, Killern, KGB- und CIA-Agenten gerät, zu dick aufgetragen. Er hält den Erzähler für "von allen guten Geistern verlassen". Zwischendurch blitze in "surrealen Bildern" und dem "Stakkato lakonisch dunkler Sätze" zwar Stones Können immer wieder auf, aber spätestens mit der Ankunft Ahearns auf der Insel St. Trinity werde aus dem Campus-Roman definitiv eine "Räuberpistole".
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 09.10.2004

In den USA hat der Autor Robert Stone einige der bedeutendsten Auszeichnungen erhalten (National Book Award, Faulkner-Preis) und hatte große Verkaufserfolge - bei uns ist er dagegen "völlig unbekannt". Meint jedenfalls der Rezensent Andreas Merkel, der das sehr bedauert. Denn dieses neue, ob seiner Novellenhaftigkeit eher ungewöhnliche Werk Stones sei ein "Meisterwerk". Ein sehr "eigenartiges" allerdings, denn die Verquickung von akademischem Milieu und Spionagestory, Intellektualismus und Voodoo, die der Autor hier unternimmt, sei schon "so überladen und unwahrscheinlich wie drei von Costa Gravas gedrehte James-Bond-Filme zusammen". Merkel unterstellt Stone freilich Absicht und findet den Zusammenbruch aller Rationalität, der sich am Ende des Romans ereignet, als Verfremdungsstrategie: Die Sitten Amerikas erscheinen dem Protagonisten bei seiner Rückkehr "so fremd wie die bizarrsten Voodoo-Kulte".
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