Der Mann ohne Eigenschaften ist das Hauptwerk Robert Musils und gilt als einer der einflussreichsten Romane des 20. Jahrhunderts. Dieser Torso zeigt wie sich Erzählen und essayistische Welterfassung zu einer erhellenden Einheit finden.
Für Gisela Trahms ist die neue Gesamtausgabe von Robert Musils "Mann ohne Eigenschaften", deren erste beide Bände nun vorliegen, gleich ein doppelter Anlass zur Freude. Zum einen, weil die Kritikerin ohnehin nie verstanden hat, wie man Musils Opus magnum als schwerfällig und "langweilig" abtun konnte, wie sie in ihrer umfangreichen Besprechung darlegt. "Schaurige Komik" attestiert sie dem Werk ebenso wie glänzend sinnliche Charakterstudien, die Thomas Mann oder Marcel Proust in nichts nachstünden. Zum anderen, weil die Edition so "handlich" und "angenehm" angelegt ist, wie Musil sie selbst 1930 zum Druck gab, lobt die Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.01.2017
Für Rezensent Franz Haas ist die nun parallel bei dem Salzburger Verlag Jung und Jung erscheinende Buch- und Internet-Edition von Robert Musils "Der Mann ohne Eigenschaften" schlicht ein "Quantensprung in der Textedition". Das Projekt stützt sich zwar auf die Klagenfurter DVD-Ausgabe von 2009, informiert der Kritiker - vor allem die Online-Version, die Kommentare zu früheren Ausgaben und Faksimiles der gesamten Erstausgabe enthält, ist laut Haas aber von "zauberhafter Agilität". Die nun im Druck erschienenen ersten beiden Bände von Musils Mammutprojekt erscheinen dem Kritiker "leserfreundlich", wenngleich er den Preis zu hoch findet. Auch mit Walter Fantas Nachwort, das "vielversprechende" Hinweise auf die weitere Rekonstruktion der fehlenden Bände enthält, ist der Rezensent zufrieden.
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