In den Vorstellungswelten der Moderne steht der Ingenieur für die Hoffnung auf eine andere, bessere Welt. Das utopische Potenzial der Ingenieurfigur in Zeiten gesellschaftlicher Krisen ist der Ausgangspunkt von Robert Leuchts Essay. Anhand von Beispielen aus Literatur, Film und medialer Öffentlichkeit wird hier die Karriere eines schillernden Hoffnungsträgers des 20. und 21. Jahrhunderts rekonstruiert - zwischen großem Mann und farblosem Funktionär, visionärem Erfinder und mad scientist, dynamischem Unternehmer und Prometheus des digitalen Zeitalters.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.05.2022
Der Ingenieur ist seit jeher eine besondere "Sozialfigur", weiß Rezensent Urs Hafner spätestens seit der Lektüre von Robert Leuchts klugem Essay "Der Ingenieur". Welche Sehnsüchte, welche Visionen, Wünsche, aber auch Befürchtungen offenbaren sich in den Bildern, die sich eine Gesellschaft vom Ingenieur macht? Dieser Frage widmet sich Leucht und untersucht dazu verschiedenste literarische und reale Gestalten, natürlich in ihrem jeweiligen historischen Kontext. "Literatur- als Sozialwissenschaft" nennt Hafner das, was Leucht somit betreibt und freut sich über einige interessante Thesen sowie die Skizze für eine möglicherweise zukunftsweisende neue Ingenieursfigur. Auch lobt der Rezensent das frei verfügbare und dem Thema angemessen versiert gestaltete Online-Format des Buches. Nur wundert ihn, dass der Autor in seiner Analyse gerade die durch und durch bürgerliche Schweiz und insbesondere die ETH Zürich von seinen Betrachtungen ausgenommen hat.
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