Robert Jay Lifton

Terror für die Unsterblichkeit

Erlösungssekten proben den Weltuntergang
Cover: Terror für die Unsterblichkeit
Carl Hanser Verlag, München 2000
ISBN 9783446198791
Gebunden, 389 Seiten, 25,46 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Udo Rennert und Ursula Gräfe. Propheten und Gurus, die den Weltuntergang verkünden, hat es immer gegeben. Seit jüngstem sind es jedoch wahnsinnige Terroristen, die die Zerstörung der Welt planen, um eben diese Welt zu erlösen. Der amerikanische Psychologe Robert Jay Lifton, international bekannt durch seine Studien über die Psychogramme der Nazi-Ärzte, zeigt in Gesprächen mit den Tätern, kriminalistischen Recherchen und psychologischen Analysen, warum sich aus religiösen Visionen Terrorakte entwickeln und wie diese Sekten als Staat im Staat organisiert sind.

Im Perlentaucher: Rezension Perlentaucher

Robert Jay Liftons "Terror für die Unsterblichkeit" beschäftigt sich vor allem mit der japanischen Aum-Sekte, die am 20. März 1995 in der Tokioter U-Bahn das Nervengas Sarin freisetzten. Ihr Ziel war die Erlösung der Menschheit durch Vernichtung. Lifton ist Psychiater und hat durch aufwendige Recherchen und zahlreiche Interviews ein eindrückliches Bild der Täter, ihrer Ideologie und ihres Wahns gezeichnet. Lifton zeigt, wie zentral die Guru-Jünger-Beziehung ist...
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.02.2001

Auch wenn Werner Petermann dieses Buch als eine "durchaus empfehlenswerte Studie" bezeichnet, so hat er doch einige Kritik anzubringen. Lifton befasst sich in diesem Band, wie der Leser erfährt, vor allem mit der Religionsgemeinschaft Aum Shinrikyo, die 1995 für den Giftgasanschlag auf die Tokioter U-Bahn verantwortlich war. Dazu habe der Autor zahlreiche Beteiligte befragt. Doch über die Motive der Menschen, die sich dieser Glaubensgemeinschaft angeschlossen haben, obwohl diese den "ultimativen Massenmord propagierte", wird nach Petermann nur wenig klar. Aufschlussreicher findet der Rezensent Passagen über den historischen Kontext der Aum-Sekte, wobei der Autor bis in die "Meiji-Ära (1868-1912)" zurückblickt und die Voraussetzungen erläutert, unter denen eine solche Religionsgemeinschaft überhaupt entstehen konnte. Doch das "spezifisch Japanische" wird nach Petermann dennoch nicht ausreichend deutlich. Über allgemein Bekanntes wie "Zwangsmodernisierung und Kulturschock", Kriegstraumata und Hiroshima gehe auch Lifton nicht hinaus. Auch darüber, dass sich Aum Shinrikyo vom ursprünglich "optimistischen Erlösungsglauben" zur Weltuntergangssekte entwickelte und die meisten Aum-Anhänger in der ehemaligen Sowjetunion leben, erfahre man nichts. Gut gefallen Petermann jedoch die Passagen, in denen Lifton die Prägung der Aum-Anhänger durch Science-Fiction-Filme, Mangas und Animes beleuchtet.
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