Robert Crumb, der Schöpfer von "Fritz the Cat" und Ikone des amerikanischen Undergroundcomics, ist zeitlebens ein kontroverser Künstler gewesen, der sowohl seine eigenen als auch die gesellschaftlichen Abgründe schonungslos offengelegt hat. Charakteristisch ist auch sein kräftiger Strich, durch den er zu einem der stilprägendsten Illustratoren und Comiczeichner schlechthin wurde, dessen Arbeiten sogar im New Yorker Museum of Modern Art ausgestellt wurden. Nun wendet sich der Altmeister des Comics einem neuen Thema zu: der Genesis. Crumb adaptiert das erste Buch Mose in einer ebenso direkten wie schnörkellosen Art, dabei stets bildgewaltig und seinem eigenen Strich verpflichtet. Von der Erschaffung der Welt bis hin zu Jakob und Joseph gibt uns Crumb seine Version der christlichen Schöpfungsgeschichte.
Robert Crumb, der den rolligen Sexkater "Fritz, the Cat" als sein Alter-Ego erfand, hat die Bibel als Comic adaptiert? Geht schon, befindet Rezensent Thomas von Steinaecker, für den Crumbs "realistisch-expressive" Bilder eine fast ideale Ergänzung zur vom Pathos getragenen Luther-Übersetzung sind. So ist der Kritiker auch höchst willig, sich auf die alten Geschichten neu einzulassen, auch wenn ihm schon von Anfang an Schwächen des Projekts ins Auge fallen: denn aus seiner Sicht ordnet sich der Zeichner hier "fast sklavisch" der Vorlage unter. Auch ist der Kritiker enttäuscht über den "Rauschebartgott", die zahme Umsetzung der visionären Passagen von Josephs Traum oder den Bau des Babelturms. "Alles schon tausendmal gesehen!" ruft er aus. Die Figuren allerdings findet von Steinaecker in ihrer "Fleischlichkeit" ziemlich subtil. Plötzlich kündet die Bibel von Menschen, nicht von Gottwerk. Und das nur, weil Crumb sie einfach ernst nimmt, so der erstaunte Rezensent.
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