Religion und Naturwissenschaft - ein ewiger Gegensatz? Nein, sagt der renommierte Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer. Das Gegenteil ist richtig: Religion und Wissenschaft ergänzen sich. Die eine kann nicht ohne die andere. Alle Wissenschaftler - von Thales bis heute - haben gewusst, dass der Glaube an die Götter zu den Menschen gehört.
Ernst Peter Fischer nimmt den Leser mit auf einen Gang durch die Geschichte des menschlichen Erkenntnisgewinns: Vom Ursprung der Welt über das Wesen des Menschen bis hin zur Rolle Gottes. Ganz nebenbei erfahren wir mehr über Isaac Newton und die Hintergründe seiner Gravitationslehre, wir lernen, warum es ohne Rasiermesser keine Wissenschaft gibt und was es mit dem Maxwell'schen Dämon auf sich hat, wir begleiten den ausgemachten Atheisten Charles Darwin auf die Galapagos-Inseln und erfahren auch, warum Sigmund Freud wahrscheinlich doch nicht recht hatte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.03.2017
Rezensentin Sibylle Anderl schmunzelt über Ernst Peter Fischers Sottisen in Richtung "gottloser" Molekularbiologen und sogar Kant. Wenn der Autor in seinem Buch polemisch das historische Wechselspiel von Wissenschaft und Religion erkundet, findet Anderl das aktuell genug, um weiterzulesen. Fisches These von der Untrennbarkeit und Komplementarität der beiden Bereiche, die der Autor von der Antike bis heute verfolgt, ist laut Anderl deutlich von der Sympathie für religiös und philosophisch geprägte Physiker wie Planck, Bohr oder Einstein getragen. Einleuchtend findet die Rezensentin die These, einprägsam und anregend Fischers Denkfiguren, wenngleich ihr die inhaltlichen Anregungen im Buch nicht durchweg besonders tiefenscharf erscheinen.
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