Robert Brack

Lenina kämpft

Roman
Cover: Lenina kämpft
Edition Nautilus, Hamburg 2003
ISBN 9783894014087
Taschenbuch, 190 Seiten, 12,90 EUR

Klappentext

Lenina Rabe ist sich sicher. Es war Mord und kein Unfall. Was trieb ihren Vater nachts zum Athabaska-Kai? Und was suchte der Mann mit der Narbe, den sie bei einem Einbruch in das Detektivbüro überrascht? Lenina, eine junge Frau, die lieber Beethoven hört als sich mit ihren Freundinnen in den einschlägigen Clubs auf dem Kiez zu amüsieren, erhält immer verwirrendere Informationen. Ihr Vater, ein alter Revoluzzer und Straßenkämpfer, soll gute Kontakte zur D.P.O., der neugegründeten "Deutschen Partei für die Ordnung" gehabt haben. Und der Mann mit der Narbe macht offenkundig krumme Geschäfte mit Hektor, dem Besitzer des Szene-Ladens "Sold To The Highest Buddha Inc.", für den Lenina heimlich schwärmt. Bei ihrer Suche stolpert sie über Dokumente, für die sich nicht nur die selbsternannten Saubermänner der Stadt interessieren ...

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 08.04.2003

Ein guter Krimi hat immer etwas Märchenhaftes - mit dieser These wartet Carsten Würmann auf. Seines Erachtens versteht sich Robert Brack besonders gut auf diese märchenhaften Qualitäten eines Kriminalromans, in dem die Welt so richtig schlecht gemacht gehört, das Böse möglichst echt wirken und das Gute am Ende gewinnen sollte. Der neue Krimi von Brack spielt in Hamburg, im Hamburg der Schill-Partei und der rechten Populisten, das genügend "Weiße-Kragen-Gangster" und linke Feindbilder produziert, auf dass sich der Kampf von Antifa, Attac und der Tochter des Mordopfers, die auf den hübschen Namen Lenina hört, durchaus lohnt. Denn der Inhaber der kleinen Detektei, der im Hafen treibt, wie Würmann erklärt, ist nicht nur ein ehemaliger Linker, sondern wird auch verdächtigt, für die rechtspopulistische Partei gearbeitet zu haben. Seine Tochter, die sich zur exzentrisch-sympathischen Detektivin entwickle, rettet seine Ehre (und das Weltbild der taz-Leser), versichert der Rezensent, wahre aber stets ausreichend ironische Distanz.
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