Reinhard Merkel (Hg.)

Der Kosovo-Krieg und das Völkerrecht

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2000
ISBN 9783518121528
Taschenbuch, 241 Seiten, 10,17 EUR

Klappentext

Der Kosovo-Krieg ist vorbei; ob das alte Elend bleiben wird, das zu ihm geführt, und wie das neue aussieht, das er verursacht hat, wird derzeit niemand prognostizieren wollen. Außer Zweifel steht aber, dass die Klärung der Wirren, die er in unseren ethischen und rechtlichen Überzeugungen produziert und hinterlassen hat, noch ganz am Anfang steht und lange dauern wird. Begonnen hat sie schon während der Bombardierungen: mit öffentlichen Beiträgen nahmhafter Rechtsphilosophen und Völkerrechtler in Zeitungen und wissenschaftlichen Journalen. Einige der wichtigsten Beiträge sind hier versammelt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 29.06.2000

Es sei den Autoren dieses Sammelbandes hoch anzurechnen, meint Rudolf Walther, dass sie ihre teilweise unter dem Eindruck des tagespolitischen Geschehens entstandenen Artikel für einen Nachdruck zur Verfügung gestellt hätten. Denn schon kurz nach Beendigung des NATO-Einsatzes im Kosovo wäre die Kritik an dem Einsatz und seiner medialen Aufbereitung durch die Bundesregierung lauter geworden. Zehn Beiträge hat Merkel versammelt, die von Autoren wie Dieter Senghaas, Ulrich Beck, Jürgen Habermas, Ulrich K. Preuß oder Bruno Simma und bis auf eine Ausnahme alle aus der Zeit des Krieges stammen. Spekulationen und Fehleinschätzungen seien dabei zwangsläufig, meint Walther und lobt das "nachdenklich stimmende" Gesamtergebnis, das so unterschiedliche Sichtweisen auf den "Popanz Realpolitik" ergebe.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.05.2000

In einer knappen Besprechung zeigt sich der mit Mü. zeichnende Rezensent unzufrieden mit der Aufsatzsammlung zu völkerrechtlichen Überlegungen zum Kosovo-Krieg. Es ist deutlich zu spüren, dass die Autoren mit zwei Ausnahmen gar keine Völkerrechtler seien, stellt er kritisch fest. Mit den Ausnahmen ( Simma und Ipsen) beschäftigt er sich in seiner Rezension genauer und bemängelt besonders am Aufsatz von Ipsen , dass dieser sich nicht zu festen Standpunkten in der Beurteilung des Kosovo-Kriegs durchringen könne, sondern statt dessen lediglich verschiedene "Begründungslinien" anbiete.
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