Herausgegeben von Axel Gellhaus und anderen. 1963 erschien Celans Gedichtband "Die Niemandsrose" im S. Fischer Verlag. Er enthält Gedichte aus den Jahren 1959 bis 1963. Bedeutsam ist gerade dieser Zyklus nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Büchnerpreis-Rede "Der Meridian" und der Goll-Affäre, jenes systematischen Versuchs, Celan als Dichter zu diskreditieren, ja zu vernichten. "Wege einer Stimme zu einem wahrnehmenden Du, kreatürliche Wege, Daseinsentwürfe vielleicht, ein Sichvorausschicken zu sich selbst, auf der Suche nach sich selbst, eine Art Heimkehr", hatte Celan im "Meridian" das Dichten genannt. In der "Niemandsrose" wird solche Heimkehr auf verschiedenen Wegen gesucht: in der Hinwendung zum Judentum, in der Aufrufung des klassischen Vor- und Spiegelbilds, im Bezug aufs Elementare, auf Erde, Wasser, Feuer und Luft...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.03.2002
Tot ist er schon lange, doch still wird es um ihn immer noch nicht: In einer Sammelbesprechung hat sich Ernst Osterkamp neue Publikationen von und über Paul Celan vorgenommen. Der bei Suhrkamp erschienene sechste Band der Bonner Celan-Ausgabe, der die textkritische Edition der "Niemandsrose" enthält, veranlasst Osterkamp, seine philologische Spürnase aufs Neue tief in Celans Verse einzutauchen - es lohne sich, die "Niemandsrose" anhand des neuen Bands der von Axel Gellhaus "vorbildlich" betreuten Edition neu zu lesen. So sinniert der Kritiker über einen neuen Entstehens-Kontext von Celans Gedicht "Und mit dem Buch aus Tarussa": "Ist es tatsächlich plausibel, dass Celan den Tarussa-Almanach, den Einhorn (ein Brieffreund Celans, d.Red.) 'einige Tage' vor dem 14. 10. 1962 an Celan geschickt hat, bereits am 20. 9. 1962, als er das große Gedicht schrieb, in seinen Händen hielt?" Osterkamp erhofft sich in dieser Frage von den angekündigten Materialienbänden zur historisch-kritischen Ausgabe mehr Auskünfte.
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