Regina Schidel
"Behinderung" und Gesellschaft
Ableismus in philosophischer und sozialtheoretischer Perspektive

Suhrkamp Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783518300664
Broschiert, 227 Seiten, 22,00 EUR
ISBN 9783518300664
Broschiert, 227 Seiten, 22,00 EUR
Klappentext
Menschen mit "Behinderungen" sind in unserer Gesellschaft an den Rand gedrängt und werden oft nicht als vollwertige Personen anerkannt. Ihre Diskriminierung - Ableismus - unterläuft das Gleichheitsversprechen liberaler Demokratien. Obwohl diese Stigmatisierung strukturelle Ähnlichkeiten zu Rassismus, Sexismus oder Antisemitismus aufweist, erfährt sie gegenwärtig viel weniger Aufmerksamkeit. Regina Schidel schließt mit ihrem Buch diese Lücke, indem sie Ableismus aus philosophischer und sozialtheoretischer Perspektive analysiert, und zwar exemplarisch am Fall von Menschen mit kognitiven Einschränkungen/geistiger "Behinderung". Sie zeichnet Ursprünge ableistischen Denkens in der philosophischen Tradition nach und entwickelt Möglichkeiten, diese zu überwinden.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info)
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.03.2026
Einem wichtigen Problem moderner Gesellschaften ist die Philosophin Regina Schidel Rezensent Tobias Schweitzer zufolge auf der Spur. Schidel untersucht, wie die Gesellschaft mit Menschen mit Behinderung umgeht. Entscheidend dabei ist, dass die Autorin den Fokus nicht auf vermeintlich natürliche Beschränkungen der Betroffenen legt, sondern auf gesellschaftliche Vorannahmen, die eine Normalität herstellen, vor deren Hintergrund erst Behinderung als Behinderung erscheint. Insbesondere ist es laut Schindel die Überhöhung von individueller Autonomie, die Behinderte implizit abwertet. Wie aber Abhilfe schaffen? Schindel schaut sich auf der Suche nach einem inklusiveren Humanismus in allerlei kritischen und feministischen philosophischen Traditionen um. Das bleibt alles zu unkonkret und beliebig, findet Schweitzer. Besser gefällt ihm das Buch da, wo es um konkrete Überlegungen dazu geht, wie mehr gesellschaftliche Teilhabe erreicht werden kann. In jedem Fall gelingt es dem Buch, so das insgesamt positive Fazit, das Bewusstsein für das Thema zu schärfen.
Kommentieren
