Regina Dürig

Frauen und Steine

Erzählungen
Cover: Frauen und Steine
Droschl Verlag, Graz 2025
ISBN 9783990591796
Gebunden, 200 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Die Frauenfiguren in den Erzählungen stellen alle auf ihre Art die Frage, wie man ankommen kann gegen die patriarchale Versteinerung der Welt. Regina Dürig schhreibt fiktionalisierte Lebensgeschichten über Alice Kober und Camille Claudel - und geht dem auf die Spur, was in den gängigen Biografien vergessen wird. Sie lässt einen Hufeisenkrebs und die Sagengestalt Melusine über das Aussterben in einem weirden Podcast philosophieren; eine Frau hält einen gesalzenen Monolog über Selbstbestimmung; und noch vieles mehr geschieht in diesen Geschichten.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.08.2025

"Sprachlich virtuos" findet Rezensentin Katharina Granzin die Erzählungen von Regina Dürig, die um das Thema "Frauen und Steine" kreisen. Klingt komisch? Ist aber witzig, kurios und spannend, versichert Granzin: Es geht zum Beispiel um die Erfahrung der Bildhauerei: In der letzten Erzählung kommt die Künstlerin und Geliebte Auguste Rodins, Camille Claudel, zu Wort, die in einem "langen Schicksalsmonolog" aus einer psychischen Anstalt heraus erzählt. Auch die amerikanische Altphilologin Alice Kober lässt Dürig erzählen, Kober war in den vierziger Jahren für die Entzifferung eines antiken Schriftsystems verantwortlich, erklärt Granzin, die ausführliche Recherche, die die Autorin für diese Geschichte unternommen hat, ist ihr anzumerken. Frei assoziativ spielt die Autorin inhaltlich mit den Begriffen des Titels, aber auch formal bewundert die Kritikerin eine "erstaunliche Formenvielfalt", über die Kurzgeschichte bis zum Langgedicht. Durchaus kurios und "absurd komisch" ist auch die Collage "Love Dolls", in der Texte versammelt sind, die Männer zum Verkauf ihrer Sexpuppen ins Internet stellen, schließt die Kritikerin, die den Band nachdrücklich empfiehlt.