Raphael Urweider

Wildern

Gedichte
Cover: Wildern
Carl Hanser Verlag, München 2018
ISBN 9783446258259
Gebunden, 128 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

"wir warten nicht auf jahreszeiten das neue jahr beginnt / nie und das alte jahr endet wie immer zeitlos". Raphael Urweider führt vor Augen, was für erstaunliche Früchte die Gegenwartskunde trägt. Seine Gedichte betrachten das Ineinandergreifen der Dinge: "wir essen fisch der nach petrol riecht und / kochen mit petrol das nach fisch riecht". Ebenso unbeschwert wie klug seziert Urweider Pflanzen: "was ist die einsamkeit eines knackens / gegen die zweisamkeit eines zweigs / äste verzweigen sind nie allein / allein ist ein ast nur holz". Zehn Jahre nach seinen letzten vielfach ausgezeichneten Gedichtbänden meldet sich ein beglückend überraschungsreicher Dichter zurück.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.06.2018

Rezensent Wulf Segebrecht hat Raphael Urweiders neuester Gedichtband "Wildern" an ein "buntes Mosaik" erinnert, dessen unterschiedliche Motive letztlich ineinandergreifen. In sieben Zyklen widme sich der Autor Städtebeschreibung, autobiografischen Erfahrungen und Naturbetrachtungen, alles in einer "wirklichkeitsgesättigten Sprache", die Wulf besonders originell fand. Dass der Autor in einem Kapitel zu exotischen Früchten und Pflanzen sogar die wissenschaftliche Sprache Einzug in seinen Band habe halten lassen, empfand der Rezensent als gelungene Provokation. Insgesamt haben Wulf Urweiders Gedichte mit ihrer Motivvielfalt und der Spielfreude, mit der der Autor seiner Sprache die Bodenhaftung entzieht, sehr gut gefallen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.02.2018

Rezensent Michael Braun freut sich an den Haken, die der Dichter Raphael Urweider in seinen neuen Gedichten schlägt. Auch dass sich das lyrische Ich nicht festlegen lässt und gleich mehrere Identitäten zu haben scheint, gefällt ihm. Wie der Autor die Erwartungen an Naturlyrik durchkreuzt, macht ihm Spaß. Die "wilde Kreatur", die hier Landschaften, Städte, unterschiedliche Tonlagen und Motivkreise durchwandert, entwickelt eine eigensinnige Bildwelt, meint Braun, die sich in Mikro-Betrachtungen und langen Monologen niederschlägt.
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