Ralf König

Elftausend Jungfrauen

Cover: Elftausend Jungfrauen
Rowohlt Verlag, Reinbek 2012
ISBN 9783498035587
Gebunden, 191 Seiten, 18,95 EUR

Klappentext

Mit sage und schreibe elftausend Jungfrauen geht die britannische Prinzessin Ursula um 300 nach Christus auf große Fahrt gen Rom, weil sie standhaft keusch bleiben und nicht heiraten will. Und das soll bitte schön der Papst absegnen! Die Rückreise führt die Mädels den Rhein entlang nach Colonia, und wie der liebe Gott es so will: Die Stadt wird gerade belagert von den gefürchteten Hunnen, die in Sachen Benimm gegenüber Frauen recht ungeübt sind Der Legende zufolge erlitten die frommen Jungfern vor den Toren Kölns das Martyrium. Ralf König fügt den zahlreichen Legendenversionen um die Schutzheilige der Stadt mit seinem neuen Comic eine weitere hinzu, gewürzt mit sozialethisch desorientierten Heiden, sadomasochistischen Klosterbrüdern und wohlgeformten Barbaren, und den Jungfrauen blubbern die Hormone vor lauter christlichem Keuschheitsgelübde aus den 22.000 Nasenlöchern.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.12.2012

Mit größtem Vergnügen hat Rezensent Florian Balke Ralf Königs neuen Comic "Elftausend Jungfrauen" gelesen. Wenn König in seinen brillanten Bildern Kölns Stadtpatronin, die heilige Ursula, auf der Flucht vor dem ihr versprochenen Prinzen zum Schutze ihrer Keuschheit mit Tausenden junger Mädchen nach Rom pilgern lässt, um dort von dem Kellner Giovanni entjungfert zu werden, bewundert der Kritiker einmal mehr das feinsinnige Gespür des Zeichners für die Absurditäten und den Irrsinn der katholischen Kirche. Während der Rezensent amüsiert die zahlreichen Nonnen und Mönche betrachtet, die ihre Begierden in deftigem, kölschem Dialekt offenbaren, ringt ihm etwa Königs Darstellung von Carpaccios im Jahre 1495 entstandenen Gemälde "Der Traum der heiligen Ursula" höchste Anerkennung ab. Bei aller bissigen Satire auf die katholische Heiligenlegende gelinge es dem Autor, seine Kritik am Christentum detailverliebt und voller Zuwendung zu äußern, mit "zeichnerischer Feindesliebe" eben, lobt der Kritiker.
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