Aus dem Italienischen von Peter Klöss. Nach dem Tod seiner Mutter geht Amedeo nicht mehr zur Schule. Er flüchtet sich in Videospiele, hört viel Musik und geht dem Vater aus dem Weg. Der besorgte Vater hofft, Amedeo auf einer Zweitageswanderung auf die Punta Liberté wieder näherzukommen. Doch es kommt alles ganz anders als geplant. Und bald ist es an Amedeo, in der Abgeschiedenheit der majestätischen, aber auch rauen Bergwelt Verantwortung zu übernehmen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.07.2026
Der Beichtstuhl-Effekt tritt ein, wenn sich Menschen beim Reden nicht anschauen und so freier miteinander sprechen können, weiß Rezensent Hendrik Hess und denkt sich: Ein solches Gespräch würde auch den Figuren aus Raffaella Romagnolos Roman guttun. Giandomenico und sein Sohn Amedeo Ghisleri haben die Frau, beziehungsweise Mutter verloren und unternehmen nun eine gemeinsame Wanderung zum fiktiven Berg Punta Liberté, um wieder miteinander in Verbindung zu treten, erzählt der Kritiker. Auf ihn wirkt der als Ingenieur tätige Vater reichlich unbeholfen und in seinen Naturerklärungen oberlehrerhaft, und der Sohn verklemmt. Dass sich die beiden erst angesichts von Gefahr näher kommen, ist ja ganz schön und gut für Hess, aber sie hätten für seinen Geschmack mehr darüber reden können.
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