Rafael Seligmann wirft einen einzigartigen Blick auf die politischen Karrieren führender Persönlichkeiten wie Putin, Trump und Netanyahu sowie die Dynamiken dahinter. Er zeigt auf, dass trotz individueller Unterschiede erstaunliche strukturelle Gemeinsamkeiten bestehen. Vor allem im Verhältnis zwischen den Anführern und ihren willigen Mitläufern. Ohne deren Unterstützung blieben die späteren Herrscher anonyme Postkartenmaler, Geheimdienstler oder Hochstapler …
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.07.2024
Man kann einiges über unsere gegenwärtige Welt lernen aus diesem Buch, findet Rezensent Nicolas Freund. Rafael Seligmann beschäftigt sich darin mit fünf autoritären Brandstiftern: Putin, Trump, Netanjahu, Xi Jinping und Erdogan, wobei der Kritiker mit Seligmann gleich darauf hinweist, dass die fünf natürlich nicht in jeder Hinsicht vergleichbar sind, Putin zum Beispiel hat schon besonders viel Dreck am Stecken. Was die fünf laut Seligmann eint, ist ihr legaler Weg zur Macht, die sie dann aber gegen alle rationalen Argumente verteidigen - es hilft nur bestimmter Widerstand. Außerdem können sie sich auf ihre Unterstützer, die Biedermänner, verlassen, liest der Rezensent. Dass Freund zufolge durchaus unterhaltsam formulierte Buch ist besonders im Netanyahu-Kapitel interessant, welches die schrittweise Radikalisierung des israelischen Staatschefs beschreibt. Nicht zuletzt gibt uns dieses insgesamt empfehlenswerte Buch Tipps mit auf den Weg, die im Kampf gegen autoritäre Tendenzen helfen sollen, freut sich Freund. Unter anderem gilt es, die Vitalität der Demokratie zu bewahren, lernt er von Seligmann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.07.2024
Wenig enthusiastisch bespricht Rezensent Justus Bender Rafael Seligmanns Buch. Das möchte das aktuell grassierende Phänomen autokratischer oder möchtegernautokratischer Politiker analysieren, lernen wir, neben den im Titel genannten Putin, Trump und Netanyahu tauchen noch eine ganze Reihe weiterer Namen auf, von Pinochet bis Erdoğan. Dass es kaum möglich ist, alle diese Staatschefs über einen Kamm zu scheren und dann auch noch in eine Linie mit Hitler zu stellen, weiß Seligmann laut Bender selbst, und dennoch ist das der Ansatz seines Buches. Interessant sind hier nur die biographischen Details, meint Bender, ansonsten ist der Ansatz überambitioniert und fehlgeleitet. Interessanter wäre die Frage, überlegt sich der Rezensent, weshalb all diese Figuren als Brandstifter beschrieben werden. "Brandstifter" zu sein ist Bender zufolge keine Eigenschaft von Personen, sondern eine Zuschreibung aus dem Publikum. Seligmanns Buch hilft bei der Analyse des Begriffes leider kaum, so sein Fazit.
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