Suhrkamp Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783518001318 Kartoniert, 281 Seiten, 22,00
EUR
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Stephan Gebauer. Mit Paypal hat Elon Musk die Finanzbranche aufgemischt, mit Tesla den Markt für E-Autos revolutioniert, nach seiner Übernahme Twitter kurzerhand auf rechts gedreht. Im US-Wahlkampf 20204 schwang er sich zu einem der wichtigsten Einflüsterer Donald Trumps auf, anschließend machte er sich mit seiner Abteilung für Regierungseffizienz (DOGE) daran, den amerikanischen Staat zu zerlegen. Wie wurde aus dem genialischen Nerd eine kettensägenschwingende Ikone der globalen Rechten? Um die Welt zu begreifen, die Musk erschafft, müssen wir die Welten verstehen, die Musk erschaffen haben. Quinn Slobodian und Ben Tarnoff zeichnen nach, wie sich im Silicon Valley um die Vorstellungen von Disruption und tollkühnen CEOs ein regelrechter Kult bildete, wie soziale Medien und Videospiele die Erzählung vom heldenhaften Einzelgänger etablierten und wie rassistische Memes und Verschwörungstheorien Eingang fanden in die Gedankenwelt des reichsten Menschen der Erde. Der Muskismus, so Slobodian und Tarnoff, ist ein frankensteinsches Monster des zeitgenössischen Kapitalismus.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 19.02.2026
Ein lesenswertes Buch über Elon Musk haben Quinn Slobodian und Ben Tarnoff laut Rezensent Constantin Hühn geschrieben - wobei die Autoren ihren Anspruch, aus dem Spezialfall Musk allgemeinere Ideen zu Herrschaft im 21. Jahrhundert ableiten zu wollen, doch nicht ganz gerecht werden. Die Autoren zeichnen Musks Lebensweg nach, von den jungen Jahren in Südafrika bis ins engste Beraterteam Trumps - in dem er allerdings inzwischen nicht mehr vertreten ist. Slobodian und Tarnoff sind der Ansicht, dass Musks Denken und Handeln paradigmatisch ist für eine neue Elite, die zwar dem Fortschritt verpflichtet ist, aber dessen Früchte nur Auserwählten zugänglich machen will. Außerdem ist Musk gerade kein Libertärer, sondern einer, der sich staatliche Strukturen zunutze macht, gar eins mit ihnen werden möchte, liest der Kritiker. So weit so gut, aber ist damit schon etwas über den "Muskismus" des Titels gesagt? Leider gelingt es den Autoren, kritisiert Hühn, kaum, zu zeigen, was an Musk nun individuell und was verallgemeinerbar ist. Dennoch ist das Buch wertvoll, heißt es am Ende, schließlich sind wir den Mann, von dem es handelt, noch lange nicht los.
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