Klappentext

"Ich lade dich ein." Ein Satz, der Vorfreude weckt: auf einen anregenden Abend bei leckerem Essen und guten Gesprächen. Doch die berühmte Gastfreundschaft ist noch viel mehr als das -sie ist ein vielseitiges Geben und Nehmen, das Familie, Freunde und Fremde einschließt und in jeder Kultur etwas anders ist. Priya Basil erzählt von den indisch-kenianischen Traditionen ihrer Familie, von einer unerwarteten Einladung zum Spargelessen und einer Massenspeisung in einem Sikh-Tempel mitten in Berlin. Sie hält ein leidenschaftliches Plädoyer für ein gastfreundliches Europa und lädt dabei immer wieder in ihre eigene Küche ein. Denn die besten Gespräche führt man bekanntlich an einem reich gedeckten Tisch: über Gott und die Welt, Politik und Kultur und über die Frage, ob es eigentlich bedingungslose Gastfreundschaft gibt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.03.2019

Rezensentin Angela Schader bekommt Appetit und kluge Reflexionen über Gastfreundschaft im weitesten Sinne mit diesem Essay der in Berlin lebenden Autorin Priya Basil. Wenn ihr die Autorin anhand von Miniaturen über "kulinarische Exzesse" etwa in Indien von der verbindenden und trennenden Kraft des Essens erzählt, dabei die Bedeutung von gemeinsamen Essen in deutschen Integrationsprojekten ebenso beleuchtet wie die übertriebene Verteidigung von Nationalgerichten, folgt ihr die Kritikerin gern. Statt Exkursen zu Sexrobotern oder kulinarischen Hashtags hätte sich Schader allerdings noch ein paar Ausführungen zu den Grenzen der Gastfreundschaft gewünscht.