Hinter dem Bemühen der Jugendlichen um eine eigene Ausdrucksweise steht das Streben nach einer eigenen Identität. Um dieses Ziel zu erreichen, ist die Abgrenzung von der Welt und der Sprache der Erwachsenen ebenso wichtig wie der fast verschwörerisch enge Kontakt mit Gleichaltrigen. Eine weitere Besonderheit ist schließlich die Schnelllebigkeit dieser Ausdrücke. Wie jeder Erwachsene oder ältere Mensch weiß, hat er als Jugendlicher im Umgang mit Gleichaltrigen Begriffe verwendet, an die er sich heute kaum noch erinnern kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.02.2006
Klaus Ungerer hat skeptisch nach dem "Pons Wörterbuch der Jugendsprache" gegriffen und legt es am Ende mit einem "gemischten Eindruck" aus der Hand. Zwar sind unter den 358 Begriffen, die nach Verlagsangabe unter Mithilfe von 20 000 Schülern ausgewählt worden sind, nicht wenige, die der Rezensent in das "obskure Unterreich der Lehrer-Schüler-Sprache" verweist, das ihm in der eigenen Schulzeit bereits unangenehm aufgestoßen ist. Hier nennt er Wörter wie "Schwitzrückenseminar" für Sauna oder "Haarwürger" als Umschreibung für Haargummi. Daneben aber gibt es diejenigen Begriffe, die "Momente von gesellschaftsrelevanter Ironie" verheißen oder sich gegen die "Dominanten der Gesellschaft" wenden, bemerkt Ungerer vergnügt, der eben in der darin demonstrierten Unabhängigkeit der Jugendsprache "Anlass zur Hoffnung" sieht.
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