Pierre Imhasly, Renato Jordan

Leni, Nomadin

Cover: Leni, Nomadin
Stroemfeld Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN 9783878778349
Gebunden, 132 Seiten, 27,00 EUR

Klappentext

Fotos im Duoton von Renato Jordan. Bäuerin, Hebamme, Nomadin, ein Lebtag auf den Seitenpfaden archaischer Tradition, mal intellektuelle Neugier, mal eigenständiges Handel, mal autonomes Sein: Gleich Leni, Renegatin im Vorgeschriebenen, selbständig im Denken, ist jene offene Prädestination von Mensch und Kreatur, macht, Leni, achtzig, aber nicht von gestern, macht, Leni, außer der Norm, aber eingelassen ins Elementare: Leben als Werden und Vergehn, hier im Penninischen, Fels und Stein.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.01.2002

Als Zeugnis eines "wahren Lebens" - nicht unbedingt eines besseren - preist "rbl" diesen Text-Bild-Band, der ausschließlich einer alten Frau gewidmet ist: Leni ist Hebamme und Nomadin, je nach Jahreszeit zieht sie immer höher in die Berge, nur den Winter muss sie meistens im Tal überstehen. Jordans Fotografien zeigen sie bei alltäglichen Verrichtungen: mit den Tieren auf der Alp, beim Kirchgang durch den Schnee, in Bücher vertieft - denn Leni, verrät "rbl" schmunzelnd, liest gerne Tschechow und Dostojewski und träumt vom russischen Winter. Imhaslys Text nennt "rbl" ein "ergreifendes Poem", das gemeinsam mit den Bildern von einem Leben in Übereinstimmung mit sich, mit der Natur Zeugnis ablege. Ohne dabei zu idyllisieren, verspricht "rbl".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.01.2002

Den Bild- und Textband "Leni Nomadin" über eine alte Hirtin in den Schweizer Bergen hält Rezensent Rüdiger Dilloo für großartig, dicht und schön. Imponiert hat ihm die Unaufgeblasenheit des Ganzen, die dem Betrachter Rätsel aufgibt: "Bilder-Rätsel wie aus einem frühen Bergman-Film", wenn der Fotograf die "Szenen eines Nomadenlebens" scharf ausleuchtet., ..."Fragmente einer fremd gewordenen ... Lebensweise". Der Text scheint ihm dazu zu passen: "kryptisch, widerständig, Poesie". Und genau gelesen, findet er, macht er hinter dem "körperlichen Dasein" der alten Frau eine "unerwartete geistige Ebene" aus. Das hat mit Religion zu tun und, Dilloo ist richtig überrascht, mit Literatur. Denn Leni liest Tolstoj.

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