Der ehemalige Apple-Chef Steve Jobs wird verehrt als Manager, Visionär und Kultfigur, aber eigentlich war er ein begnadeter Geschichtenerzähler: Kaum einer war geschickter darin, die Entwicklung einer Firma und ihrer Produkte zu einer Story zu machen, die man gern weitererzählt. Heute wird die Methode des Storytelling in Managementkreisen als neue Zauberformel der Vermittlung gehandelt: "Storytelling ist ein trojanisches Pferd für Zahlen und Fakten." Doch was passiert, wenn die Wirtschaft mit dem ausschmückenden Erzählen auf eine Ressource zurückgreift, die eigentlich der Literatur entstammt? Entsteht hier eine neue Art der Poesie, werden Manager gar zu Autoren? Ausgehend vom Phänomen des Storytelling untersucht Philipp Schönthaler das Verhältnis von Wirtschaft und Literatur und plädiert für ein Schreiben, das sein Selbstverständnis aus der Überschneidung beider Sphären gewinnt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.01.2017
Rezensentin Sarah Elsing fürchtet schon, dass das Erzählen bald nur noch in Großkonzernen stattfindet, dieses Bild lässt Philipp Schönthalers Essay bei ihr entstehen, wenn er die neue Geheimwaffe Storytelling bei Daimler, Google und Co. in den Blick nimmt. Gekonnt, wie Elsing versichert, denn der Autor kennt sich aus mit dem Chefsprech, weiß selbst clever Anekdoten, Wirtschaftsgeschichte und Literaturtheorie miteinander zu verbinden und schreibt auch noch einen eleganten Stil, wie die Rezensentin findet. Die eigentlichen Motive hinter dem Eingang des Geschichtenerzählens in die Konzerne vermag der Autor der Leserin jedoch leider nicht zu vermitteln, bedauert Elsing.
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