Petra Werner

Roter Schnee

oder Die Suche nach dem färbenden Prinzip
Cover: Roter Schnee
Akademie Verlag, Berlin 2007
ISBN 9783050044323
Gebunden, 191 Seiten, 49,80 EUR

Klappentext

Am 16. August 1818 entdeckte John Ross auf seiner ersten Arktis-Expedition ausgedehnte Flächen roten Schnees er nannte sie Crimson Cliffs. Das unentschiedene Gutachten von William Hyde Wollaston und die Unsicherheit des Botanikers Robert Brown bei der Einordnung des färbenden Prinzips in das Linnesche System erregten nicht nur naturwissenschaftliches und ästhetisches, sondern auch theologisches Interesse, wurden doch rot gefärbten Erscheinungen bereits in den Schriften der Antike, aber auch in der Bibel und in Schriften aus dem Mittelalter große Beachtung geschenkt. Leopoldina-Präsident Nees von Esenbeck nannte die Erforschung der roten Erscheinungen gar die wichtigste Aufgabe, die sich die moderne Naturwissenschaft stellen könne. Was ist es? Ist es anorganisch oder organisch? Ist es roter Staub und wenn ja, wo kommt er her? Fällt er zusammen mit Meteoriten vom Himmel? Wodurch wird die Farbe verursacht, was ist das färbende Prinzip? Viele Wissenschaftler des 19. Jahrhunderts waren in die Diskussionen einbezogen, darunter Agardh, Banks, Berzelius, Biot, Chladni, Darwin, De Luc, Ehrenberg, Humboldt, Liebig, Maury, Saussure, Schomburgk, Valenciennes und Wrangel.Ihre Spurensuche in die Vergangenheit verknüpft die Autorin mit Hinweisen auf moderne Forschung.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2007

Die Frage nach dem roten Schnee hielt sowohl die Wissenschaft als auch die Gesellschaft des beginnenden 19. Jahrhunderts auf Trab. Der englische Kapitän John Ross brachte von der Reise durch die Arktis eine Probe des seltsamen Phänomens mit. Wissenschaftler verschiedenster Couleur versuchten das Rätsel aufzuklären, und auch Schriftsteller und Künstler ließen sich anregen. Auf schönste lässt sich an dieser Geschichte die komplexe Wechselwirkung zwischen Kultur und Wissenschaft zeigen, meint Nico Bleutge, und genau das gelinge der Wissenschaftshistorikern Petra Werner in diesem Buch. Hilfreich sei dabei, dass Werner bis zur tiefer liegenden Struktur der mannigfaltigen Diskussionen vordringe, und außerdem einen "Sinn für Bilder und Anekdoten" beweise. Und immer behalte sie den Überblick über ihren Stoff. Nur Werners Stil ist Bleutge manchmal zu spröde und redundant.
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