Petra Boden (Hg.), Rüdiger Zill (Hg.)

Poetik und Hermeneutik im Rückblick

Interviews mit Beteiligten
Cover: Poetik und Hermeneutik im Rückblick
Wilhelm Fink Verlag, Paderborn 2016
ISBN 9783770561155
Gebunden, 619 Seiten, 69,00 EUR

Klappentext

Die interdisziplinäre Forschungsgruppe Poetik und Hermeneutik und ihre Mitglieder haben die geistes- und kulturwissenschaftliche Landschaft der alten Bundesrepublik geprägt wie vielleicht sonst nur noch die Kritische Theorie. Zahlreiche Interviews mit den wichtigsten noch lebenden Akteuren erlauben einen ebenso erkenntnisreichen wie unterhaltsamen Blick hinter die Kulissen von Poetik und Hermeneutik. Unter welchen Bedingungen und mit welchen Absichten wurde die Gruppe von Hans Blumenberg, Clemens Heselhaus, Wolfgang Iser und Hans Robert Jauß ursprünglich gegründet? Wie entfalteten sich Diskussionen und Kontroversen? Wie kam Poetik und Hermeneutik zur Blüte und warum scheiterte ein möglicher Generationenwechsel? Am Ende steht immer auch die Frage: Was bleibt? Antworten geben Aleida und Jan Assmann, Ferdinand Fellmann, Manfred Frank, Hans Ulrich Gumbrecht, Anselm Haverkamp, Dieter Henrich, Helga Jauß-Meyer, Renate Lachmann, Thomas Luckmann, Hermann Lübbe, Christian Meier, Jürgen Schlaeger, Gabriele Schwab, Wolf-Dieter Stempel, Karlheinz Stierle, Rainer Warning und Harald Weinrich.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.04.2017

Dieser Band zur "legendären" Forschungsgruppe "Poetik und Hermeneutik" öffnet mit jedem Interview neue Türen in die "Hinterzimmer" vergangener Universitätsgeschichte, schwärmt Rezensent Steffen Martus. Zwar konnten die Herausgeber Petra Boden und Rüdiger Zill keine Gespräche mehr mit den vier Gründungsmitgliedern Clemens Heselhaus, Hans Robert Jauß, Hans Blumenberg und Wolfgang Iser führen, in den Interviews mit späteren Zeitzeugen wie Dieter Henrich, Harald Weinrich, Hermann Lübbe, Hans-Ulrich Gumprecht oder Aleida und Jan Assmann beeindrucken Boden und Zill aber durch große Kenntnis und kluge Gesprächsführung, betont der Kritiker. So taucht er ein wenig wehmütig in eine Zeit, in der Fächer noch grundlegend verändert wurden, ganze Fachbereiche umgestaltet wurden und Tagungen nicht dem Renommee oder der Einwerbung von Drittmitteln dienten und schmunzelt gelegentlich über den Habitus, mit dem die Debatten geführt wurden.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.02.2017

Ahlrich Meyer entdeckt in diesem Erinnerungsband ehemaliger Mitglieder der Gruppe Poetik und Hermeneutik von Petra Boden und Rüdiger Zill sowohl kritische wie anekdotische Beiträge als auch Texte, die an das hohe theoretische Niveau der damaligen Debatten erinnern. Beklagt werden laut Meyer die Männerdominanz und eine relative intellektuelle Enge. Diskutiert werden der Einfluss Gadamers, der interdisziplinäre Charakter der Gruppe, das Bild Hans Blumenbergs, die "Causa Jauss" und das Schweigen über die Nazi-Vergangenheit vieler Mitglieder der Gruppe.