Aus dem Englischen von Patricia Klobusiczky. Sie heißt Memory und sitzt in einer Todeszelle in Simbabwes berüchtigtem Gefängnis Chikurubi. Für eine amerikanische Reporterin, die sich für ihren Fall interessiert, schreibt Memory ihre Geschichte auf. Es ist ein Schreiben um Leben und Tod. Memory ist eine weiße Schwarze, eine Albino, die bis zu ihrem 9. Lebensjahr in einer Township aufwuchs. Dann, so glaubt sie, wurde sie von ihren Eltern an den reichen weißen Großgrundbesitzer Lloyd Hendricks verkauft. Er kümmerte sich liebevoll um sie und ermöglichte ihr eine erstklassige internationale Ausbildung. Jetzt ist er tot und Memory des Mordes an ihm angeklagt. Wer war Lloyd Hendricks wirklich? Kann Memory ihren Erinnerungen trauen? Petina Gappah erzählt diesen faszinierenden, vor dem Hintergrund der Geschichte Simbabwes spielenden Roman fesselnd wie einen Krimi und verleiht ihrer Heldin eine unvergessliche literarische Stimme.
Am Rande ihrer Begegnung mit der aus Simbabwe stammenden Autorin Petina Gappah verliert Rezensentin Susanne Mayer immerhin einige hymnische Worte über deren neuen Roman "Die Farben des Nachtfalters". Erzählt wird die Geschichte einer Albino-Frau, die wegen Mordes an ihrem Mann verurteilt in einem Gefängnis in Simbabwe auf ihre Hinrichtung wartet, resümiert die Kritikerin. Allein wie die Autorin in Form eines Briefromans die Erinnerungen ihrer Heldin freilegt, Abgründe und Familiengeheimnisse schleichend enthüllt und zugleich geradezu burlesk von der Hysterie, dem Gekreische, dem Hass und der Verzweiflung in einem Frauengeheimnis erzählt, ringt der Rezensentin höchste Anerkennung ab. Dazu Gappahs überbordende Sprachmächtigkeit und ihr präziser Blick - und das Lesevergnügen ist für die Kritikerin perfekt.
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