Klappentext
Der ziellose Gang setzt nicht nur den Körper, sondern vor allem auch das Denken in Bewegung - ein literarischer Topos, den die Essays dieses Bandes neu entfalten, wenn Peter Waterhouse sich Schritt für Schritt spazierend aufmacht, den "geheimnislosen" oder "heldenlosen" Wörtern nachzuspüren. Wörtern wie Tankstelle, Wellblechhütte oder Zaun, die auf Orte einer konzentrierten Absichtslosigkeit, auf Un-Orte und Ausgangspunkte verweisen und so in ihrer Unscheinbarkeit und Diskretion "in alle Richtungen, in alle Wirklichkeit offen" stehen. Mit ihnen im Blick wird der Spaziergang zu einem Sprachspaziergang nicht nur durch reale Landschaften, sondern auch durch Erinnerungen, insbesondere aber durch Texte derjenigen Dichter, die Waterhouse' eigenes Schreiben von jeher begleiten - Stifter, Goethe, Zanzotto, allen voran jedoch Gerard Manley Hopkins, einem der bedeutendsten britischen Lyriker des 19. Jahrhunderts.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 07.11.2026
Beglückt und enthusiastisch bespricht Rezensent Nico Bleutge diesen Band, der kurze Texte von Peter Waterhouse versammelt. Kurze Auftragsarbeiten enthält der Band, zum Beispiel zu einzelnen Worten, sowie Vorlesungen und andere kleine Formen - die sich allerdings zu einer eigenständigen Poetologie fügen. Nicht für das vermeintlich Bedeutungsschwere interessiert Waterhouse, wenn er sich in seinem Schreiben an die Texte anderer anschmiegt, sondern für das vermeintlich Unwichtige. Für die Durchlässigkeit von Sprache etwa, der er im Werk des japanischen Dichters Bashō nachspürt, oder für die Techniken eines literarischen Wahrnehmens bei Stifter und Celan. Wichtig für den Begriff von Sprache, an dem Waterhouse arbeitet, sind laut Bleutge unter anderem "das Gehen und das Hören", aber auch Kindheitserinnerungen. All das fügt sich zu einem "Schreiben der vielen Zungen und Töne", freut sich der von Waterhouse ausgesprochen angetane Rezensent.
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