Die Raumhaltigkeit von Fassaden war ein wesentlicher Bestandteil frühneuzeitlicher Architektur. Sie bestimmte die formale Gestaltung, aber auch die Szenographie, Ikonographie und Nutzung von Bauwerken maßgeblich und setzte diese zu ihrer Umgebung überhaupt erst in Beziehung. Ab dem 19. Jh. in Vergessenheit geraten, soll sie nun wiederentdeckt werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2010
Der hier rezensierende Kunsthistoriker Michael Mönninger rühmt Peter Stephans Studie zur Raumkunst historischer Fassaden als bahnbrechende Arbeit, die einem vermeintlich eingehend erforschten Gebiet etwas gänzlich Neues abzugewinnen vermag. Der Freiburger Kunsthistoriker macht in der Studie die Funktion von Schwellenzonen in Fassaden - also beispielsweise Fenster, Kolonnaden, Vestibüle oder Loggien - als Transitschwellen zwischen profanen und säkularen, öffentlichen und privaten oder alltäglichen und festiven Räumen plausibel, erklärt der Rezensent. Der Autor weist nach, wie spätestens im 19. Jahrhundert diese Öffnungen systematisch verschlossen wurden, in der Moderne schließlich als reinen Kulisse verlacht wurden, die man auch auf den üppigen Abbildungen des Bandes nachvollziehen kann, so der Rezensent gefesselt. Für Mönninger wirft dieser Band auch die Frage auf, wie zeitgenössische Architekten heute mit diesen Transiträumen umgehen sollen, um ihnen verloren gegangene "Vergesellschaftungsqualitäten" zurückzugeben.
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