Die Landschaften Italiens haben das deutsche Bürgertum in den Jahrzehnten um 1800 mitunter intensiver beschäftigt als die der eigenen Heimat. Als ideelle Exklaven einer in ihrem Territorium noch offenen Kulturnation wurden sie Teil deutscher Identität und zum zentralen Thema von Malerei, Literatur und Publizistik. Konkrete Reiseerlebnisse stehen dabei neben den nicht weniger einflussreichen Vorstellungen derer, die Italien nie gesehen hatten. Das so entstandene gewaltige Archiv an Texten und Bildern ist auch eine Geschichte kollektiver Wahrnehmungen und Projektionen, deren Brüche und Veränderung von der Aufklärung bis zur Reichgründung 1870 hier erstmals systematisch untersucht werden. Ob als archaisches Paradies wandernder Künstler, als Fluchtort vor der Moderne oder als Griechenland-Ersatz - "Italien" ist immer Konstruktion, ausgehend von kulturellen, künstlerischen oder literarischen Paradigmen und Vorstellungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.02.2015
Peter Geimer freut sich über das Buch des Kunsthistorikers Golo Maurer. Für den Rezensenten legt der Autor mit dem reich illustrierten Band eine aktuelle, umfassende Monografie der Kulturgeschichte der Italienreise vor. Da der Autor, wie Geimer feststellt, auch sprachlich elegant vorgeht, steht Erkenntnissen nichts im Wege, wie jener, dass unter den Etappen malerischer Aneignung Italiens (bei Christoph Dies oder Carl Blechen) immer auch Krisenmomente waren, da Wahrnehmung nicht mehr die gewünschten Resultate erbrachte und eine Modifizierung notwendig machte, eine andere Art der Fortbewegung etwa.
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