Aus dem Amerikanischen von Joachim Kalka. Far Tortuga ist das Ziel des Seelenverkäufers und Schoners Lilias Eden aus West Bay, auf dem Mitte der sechziger Jahre unseres Jahrhunderts eine zusammengewürfelte Mannschaft von Schildkrötenfängern anheuert. Kolumbus hat sie noch gesehen, die kleinen Inseln südlich von Kuba, voll von Schildkröten, so dass er sie "Tortugas" nannte. Später waren sie die "Misteriosas", die geheimnisvoll auftauchten und wieder verschwanden. Sie sind auf keiner Karte verzeichnet. Vielleicht waren sie ein weggetauchtes Riff, vielleicht ein Traum, eine Legende, untrennbar mit den Geschichten der schwarzen Sklaven, der Seeräuber, Schiffbrüchigen und Desperados verbunden, irgendwo in der unendlichen Weite der karibischen See.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.01.2001
Georg Sütterlin erweist sich als kundiger Leser sämtlicher Werke des 1927 geborenen amerikanischen Schriftstellers, Journalisten und Naturforschers Peter Matthiessen. Ausführlich würdigt er eine ganze Reihe von Texten des Autors, dem er mehr Bekanntheit im deutschen Sprachraum wünscht. Denn dessen Sprache sei stets glasklar, präzise und voller literarischem Verve. So auch in "Far Tortuga", das erst jetzt von Joachim Kalka sehr gelungen ins Deutsche übersetzt worden sei, lobt der Rezensent. Subtil, verhalten und ohne jeden Pomp, mit einer eigentümlichen Poesie, schildere Matthiessen das Leben von karibischen Schildkrötenfischern, Menschen, deren Gewerbe dem Aussterben geweiht sei. Matthiessen habe dafür nicht die klassische Romanform gewählt. "Far Tortuga" sei ein Prosapoem. Kurze Textblöcke, Satzfragmente, manchmal nur einzelne Worte auf großformatigen Seiten sowie die Skizzen und Vignetten von Kenneth Miyamoto geben dem Buch einen außergewöhnlichen typographischen Anstrich, der auch in der deutschen Ausgabe "lobenswerterweise" übernommen worden ist, gibt ein zufriedener Sütterlin bekannt.
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