Multinationale Konzerne betrachten öffentliche Haushalte gern als Selbstbedienungsläden. Mit großen Bestechungssummen erkaufen sie die politische Zustimmung zu Projekten, die keiner braucht und keiner bezahlen kann. Ein Problem der Entwicklungsländer? Keineswegs. Auch in Deutschland gibt es keine einzige bestechungsfreie Kommune. Aus seiner Erfahrung als Weltbankdirektor weiß Peter Eigen, wie Bestechung funktioniert und wie man sie unterbinden kann. Sein Buch zeigt, wer dahinter steckt und wie sich Tausende von Menschen organisiert haben, um gegen die Gier von Konzernen und Diktatoren zu kämpfen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.08.2003
Peter Eigen ist ein ehemaliger deutscher Weltbank-Manager sowie einer der Gründer von "Transparency International" (TI), wie man von Rezensent Andreas Platthaus erfährt. Letztere Organisation publiziert, wie Platthaus berichtet, unter anderem einmal jährlich eine auf Umfragen basierende Länder-Rangliste, die diese nach der dort jeweils herrschenden Korruption einstuft. Ein wichtiges Ziel dieser Organisation ist außerdem die Schaffung sogenannter "Inseln der Transparenz", wie Platthaus weiter berichtet. Diese und weitere Teile der Arbeit von TI, sowie die bisherigen Erfolge dieser Arbeit, erläutere Eigen nun in dem besprochenen Buch und liefere dabei "zugleich ein Porträt der weltweiten Bestechlichkeit", lobt der Rezensent. Bei der Initiative "Inseln der Transparenz" etwa, so erfährt man, geht es um Vereinbarungen bei der Ausschreibung konkreter Projekte, bei denen sich alle Beteiligten zusichern auf Bestechung zu verzichten und vereinbarte Sanktionen bei Zuwiderhandlung zu akzeptieren. Für den Rezensenten sollte dieses Buch Pflichtlektüre für alle werden, "die über Privilegien und Aufträge zu entscheiden haben". Auch wenn Richard von Weizsäcker, der selbst bei TI engagiert ist, dem Buch im Vorwort bescheinige, sich "wie ein hochspannender Roman" zu lesen -- und dies für Platthaus dann selbst schon wieder an "Vorteilsgewährung" grenzt.
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